15.01.2021 11:38 |

Sicherheitsforscher:

Covid-19: So blüht der Impfstoff-Handel im Darknet

Drogen, Waffen und illegale Daten aller Art gehören üblicherweise zu den bevorzugten Handelsgütern im Darknet, doch aktuell wird auf den Marktplätzen des „Schatten-Internets“ vor allem für eine besonders heiß begehrte Ware geworben: Covid-19-Impfstoffe. Vom Kauf raten die israelischen IT-Sicherheitsforscher von Check Point allerdings ab.

Im Dezember bemerkten die Experten erstmals entsprechende Angebote im Darknet, seitdem habe sich die Zahl der Werbeanzeigen vervierfacht, teilte Check Point mit. Eine simple Suchanfrage nach Covid-19-Impfstoffen förderte demnach 340 Anzeigen auf insgesamt 34 Ergebnis-Seiten zutage - verglichen mit den gerade einmal acht Ergebnis-Seiten im Dezember entspreche dies einem Anstieg von mehr als 400 Prozent, so das Unternehmen.

Gestiegen ist jedoch nicht nur die Anzahl der Werbeanzeigen, sondern auch der Preis für die angeblichen Impfstoffe, von denen sich offenbar viele Nutzer, sei es aus Angst oder Verzweiflung vor einer Infektion, schnelle Hilfe erhoffen. Lag dieser laut Check Point im Dezember noch bei durchschnittlich 250 Dollar, so verlangten die Käufer mittlerweile zwischen 500 bis 1000 Dollar. Sogar Massenbestellungen - 10.000 Dosen für 30.000 Dollar - seien inzwischen möglich. Angaben zu Hersteller, Dosierung und sonstige Details fehlten jedoch zumeist.

Impfstoff bestellt, aber nie geliefert
Geworben würde oftmals mit „Made in China“ und neuerdings auch mit einem angeblichen Zertifikat der US-Gesundheitsbehörde FDA, berichtet Check Point. Kaufen sollte man die vermeintlichen Impfstoffe aber trotzdem nicht, warnt das Unternehmen nach einem Selbstversuch: Die Sicherheitsforscher hatten, angelockt durch eine Anzeige auf Telegram, 750 Dollar in Bitcoin für zwei Dosen eines chinesischen Covid-19-Impfstoffes bezahlt. Als sie sich wenige Tage nach der Transaktion nach dem Verbleib der Ware erkundigten, hieß es zunächst, dass diese bereits versandt sei. Wenig später existierte der Account nicht mehr, die Ware traf nie ein.

Die Forscher mahnen daher: „Wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch.“ Wer versuche, einen Covid-19-Impfstoff im Darknet zu erwerben, bewirke damit lediglich das Schrumpfen des eigenen Bankguthabens, so Check Point.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sonntag, 07. März 2021
Wetter Symbol