Der „Pionier“-Jahrgang der Studierenden Pflegekräfte aus dem Vietnam in Krems schreibt bald die Abschlussprüfung. Danach arbeiten sie in NÖ-Gesundheitseinrichtungen. Das Modell hat Zukunft, sagt die ÖVP-Landesrätin, denn Pflegepersonal aus Österreich wird rar.
Pflegekräfte aus Vietnam werden in NÖ-Gesundheitseinrichtungen schon bald die Altenpflege übernehmen. Denn die Niederösterreicher werden immer älter und das Loch im Personalbedarf immer größer. „Gottlob werden die Menschen immer älter“, denkt Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister positiv. Doch bis 2030 werden Tausende zusätzliche Pflegekräfte benötigt – mehr, als es bei uns gibt. „Wahrscheinlich wird es nie ausreichend Pflegekräfte in Österreich geben.“ Jeder sechste Schüler müsse in den Pflegebereich wechseln, damit wir den Personalbedarf decken können.
4,2 Millionen Euro Steuergeld
In wenigen Wochen werden die ersten 41 von den insgesamt 150 vietnamesischen Studierenden die Lehrgänge für Pflegeassistenz an der Fachhochschule in Krems abschließen. Das Land hat in Summe 4,2 Millionen Euro dafür aus dem Budget geholt. Die ÖVP hat das Projekt vor drei Jahren im Alleingang beschlossen, FPÖ und SPÖ stimmten damals nicht zu und kritiserten die hohen Ausgaben.
Studenten integrieren sich in NÖ-Kultur
Warum genau aus dem Vietnam Kräfte geholt werden, liege daran, dass allein die Hauptstadt Hanoi mehr Einwohner als ganz Österreich habe, bemerkt Markus Golla, Leiter des Instituts für Pflegewissenschaft am IMC Krems, am Donnerstag. Das dortige Durchschnittsalter liege bei 31, „also eine junge Population, die natürlich auch was mit ihrem Leben anfangen möchte“. Schon vor über einem Jahrzehnt habe man mit einer Uni in Hanoi eine Partnerschaft geschlossen.
Glücklich ist auch die LGA nach einem Jahr über das Modell. Auch darüber, wie gut sich die Vietnamesen in die heimische Kultur einleben – außerhalb vom Uni-Leben. „Sie gehen gemeinsam zu örtlichen Festen oder zu Nachtwächter-Führungen“, sagt LGA-Personalleiter Rupert Schreiner. 36 der 41 Studenten treten in wenigen Wochen bei der Abschlussprüfung an, denn die sind gar nicht so leicht. Nicht jeder schafft es beim ersten Versuch. Das Projekt wird jedenfalls fortgesetzt sagt Teschl-Hofmeister. Der zweite Jahrgang hat 35 Studenten, der dritte dann 25.
Vietnamesin mag „Sicherheit und Ordnung in Österreich“
Die Absolventen der Ausbildung, in der sie auch Praktika machen müssen, können nach Abschluss in den Einrichtungen der LGA anfangen. Vietnamesin Thi Linh Chi Tran gehört zum ersten Jahrgang und erzählt: „Ich habe Österreich schätzen gelernt. Ich mache die Ausbildung zusammen mit meinem Freund, das hilft mir sehr. Meine Familie vermisse ich trotzdem.“ Die junge Frau wird nach ihrer Prüfung in Pflegezentrum in Weitra anfangen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.