20.12.2020 17:31 |

Corona-Mutation

Österreich verhängt Landeverbot für Briten-Flüge

Nach der Entdeckung einer neuen, ansteckenderen Variante des Coronavirus in Großbritannien hat auch Österreich ein Landeverbot für Flüge aus dem Vereinigten Königreich verhängt. Das kündigte am Sonntagnachmittag nach dem Gesundheitsministerium auch das Außenministerium an. „Rasche Maßnahmen sind in dieser gefährlichen Situation das Gebot der Stunde“, ließ Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) wissen. Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern werden ähnliche Maßnahmen gesetzt.

Für die neue Maßnahme ist als rechtliche Grundlage eine Verordnung notwendig. Diese werde gerade erarbeitet. Zudem gebe es bereits strenge Auflagen für Staaten mit erhöhtem Infektionsrisiko, hieß es am Sonntagnachmittag aus dem Gesundheitsministerium. Großbritannien wird als ein solcher Staat angesehen, weshalb für Einreisende eine zehntägige Quarantänepflicht gilt, betonte man. Ein Freitesten ist frühestens nach dem fünften Tag möglich.

„Wir müssen mit allen Mitteln verhindern, dass diese gefährliche Virus-Mutation zu uns eingeschleppt wird“, argumentierte Schallenberg in einer Mitteilung. „Wir haben Großbritannien bereits darüber informiert, dass wir zum Schutz unserer Bevölkerung diese einschneidende Maßnahme treffen müssen. Auch andere europäische Länder, wie die Niederlande, Belgien und Italien, haben heute bereits ähnliche Schritte gesetzt. Die Mutation zeigt die große Gefahr, die weiterhin von diesem Virus ausgeht.“

NEOS: Österreich muss auf neue Virusvariante reagieren
Die NEOS hatten die Regierung zuvor per Aussendung aufgefordert, auf die neue Variante des Coronavirus zu reagieren. Sie dürfe jetzt „nicht schlafen oder wieder wie in Ischgl alles ,richtig‘ machen“, so Gesundheitssprecher Gerald Loacker. Während die Niederlande bereits alle Flüge aus dem Vereinigten Königreich gesperrt hätten, „werden Ankommende in Österreich nicht einmal getestet. Hier muss unverzüglich reagiert werden.“ Es müsse „alles getan werden, dass sich diese Variante nicht auch noch in Österreich ausbreitet“.

Ähnliche Maßnahmen in mehreren Ländern
Zuvor hatten die Niederlande Flüge aus Großbritannien verboten, Belgien kappt die Verkehrsverbindungen ins Vereinigte Königreich ab Mitternacht, kündigte ein Regierungsvertreter in Brüssel am Sonntag an. Auch die deutsche Bundesregierung will den Reiseverkehr zwischen zu Großbritannien sowie Südafrika einschränken. Eine entsprechende Regelung werde zurzeit erarbeitet, erklärte ein Regierungssprecher am Sonntag in Berlin. Die Berliner Bundesregierung stehe dazu im Kontakt mit den europäischen Partnern. Italien ebenfalls wird mitziehen, Außenminister Luigi di Maio erklärte: „Als Regierung haben wir die Pflicht, die Italiener zu schützen.“

Ausfälle am Drehkreuz Amsterdam-Schiphol
Die Niederlande verhängten das Verbot des Flugverkehrs mit Passagieren aus dem Vereinigten Königreich zunächst bis zum 1. Jänner. Auf dem Flughafen Amsterdam-Schiphol kam es am Sonntag zu Ausfällen von Verbindungen von und nach London, wie der internationale Flughafen auf seiner Internetseite mitteilte. Schiphol ist ein wichtiges Drehkreuz in Westeuropa.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen und Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, erörterten in einem Telefonat die neue Lage in England. Nach Angaben aus Elysee-Kreisen sei im Mittelpunkt der Gespräche am Sonntag ein gemeinsames Vorgehen angesichts der dort aufgetretenen neuen Variante des Coronavirus gestanden. Macron hat noch für Sonntagabend einen Verteidigungsrat einberufen.

Weihnachtsfest mit der Familie fällt für Millionen Briten aus
Wegen der raschen Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus - laut Gesundheitsminister Matt Hancock ist die Mutation „außer Kontrolle“ - verhängte die britische Regierung einen neuen Shutdown - unter anderem für die Hauptstadt London. Die kürzlich entdeckte Variante sei um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form, sagte Premierminister Boris Johnson, es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe gegen die Mutation weniger effektiv seien oder dass die Variante zu schwereren Krankheitsverläufen führt.

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