17.12.2020 09:00 |

„Nicht machbar“

Skigebiete: Neue Regeln, nun wackelt alles

Wenige Tage vor dem verschobenen Start sind die Seilbahner mit einer Verordnung konfrontiert, die teils unerfüllbar scheint.

Desaströs“, schnauft Mario Stedile-Foradri von den Arlberger Bergbahnen ins Telefon. Er kennt bereits die Verordnung zum Seilbahnbetrieb, die gestern im Hauptausschuss des Nationalrates fixiert wurde. Es sind neue Covid-Vorgaben, die jene der vergangenen Monate nochmals übertreffen. Und sie sind mit vielen Fragezeichen verbunden, was die Umsetzung betrifft. Seilbahner-Obmann Franz Hörl (siehe Interview links) spricht von „völlig unverhältnismäßigen und praxisfernen Hürden“.

„Risikoanlayse“ türmt sich als Hindernis auf
Demnach muss jedes Skigebiet nun eine „Risikoanalyse“ vorlegen, ein dem Stand der Wissenschaft entsprechendes Präventionskonzept. „Das ist in diesen wenigen Tagen nicht mehr machbar“, betont Stedile-Foradori. Warum nach vielen Monaten, in denen die Seilbahnen bereits exakte Covid-Regeln umgesetzt hätten, gerade jetzt neue Vorgaben kommen, sei einfach nicht nachvollziehbar.

Bodner: „Plötzlich ist vieles wieder anders“
Ein wenig wie vom Blitz getroffen ist man auch bei der Bergbahn Kitzbühel. Chef Anton Bodner durchlebt gerade die „schwerste Zeit der letzten Wochen“. Ständig habe man sich mit immensem Aufwand bemüht, alle Covid-Vorgaben zu erfüllen. Nun sei plötzlich vieles wieder anders. Bei der „Risikoanalyse“ tappt man vorerst im Dunkeln, was wirklich gefordert wird. Vorgeschrieben ist nun auch, dass Sessellifte mit Schutzhauben auf die Hälfte der Personen beschränkt werden. Vorerst hält man aber am Plan fest, zu Weihnachten mit 40 von 57 Liftanlagen zu starten. Klar ist, dass die Seilbahner in den vergangenen Wochen Millionen in die Beschneiung und Vorbereitung investierten, um am 24. Dezember bereit zu sein.

„Piesacken, bis wir freiwillig zusperren“
Der Frust aus der Branche ist angesichts der kurzfristigen Verschärfungen enorm. Ein renommierter Vertreter sagte hinter vorgehaltener Hand: „Ich glaube inzwischen, dass man uns nicht offiziell zusperren will, damit wir keine Entschädigung erhalten, aber derart lange piesacken will, bis wir es freiwillig tun.“

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