16.12.2020 11:02 |

Behördlich verboten

Corona sorgt für Ärger im bunten Winterwunderland

Zutiefst schockiert ist Sabine Gollnhuber, die jedes Jahr ihr privates Winterwunderland für Gäste öffnet: Trotz umfassenden Corona-Sicherheitskonzepts wurde die Attraktion jetzt im Zuge eines Polizeieinsatzes für Besucher gesperrt. Gollnhuber ist entsetzt: „Ich fühle mich wie ein Schwerverbrecher.“

Der „Grinch“ ist eine besonders in den USA bekannte Figur, die den Menschen Weihnachten verdirbt. Im Burgenland sind es für Sabine Gollnhuber gewissermaßen die Corona-Maßnahmen, die dasselbe tun. Ihr Winterwunderland in Bad Tatzmannsdorf erstrahlt heuer wieder im Lichte Tausender Lampen und würde auch im Corona-Jahr viele Schaulustige anlocken, die durch das Grundstück der Gollnhubers spazieren.

Die Familie hat sich daher ein Konzept überlegt, das den Besuch Corona-sicher machen soll: Voranmeldung, Maskenpflicht, Einbahnsystem und Schrankenanlage. Laut Betreiberin gab es dafür auch grünes Licht. Doch jetzt kam alles anders. Gerade als ein Dreh für eine Adventsendung mit Fernsehstar Rudi Roubinek im Laufen war, rückte plötzlich die Polizei an und erklärte den Besuchern, dass sie nicht auf das Grundstück dürfen.

Schockierte Kinder, enttäuschte Familien
Schon bei der Zufahrt seien die Autos umgeleitet worden, so Gollnhuber. Schockierte Kinder und enttäuschte Familien waren die Folge. Auch Gollnhuber versteht die Welt nicht mehr. 50 Menschen lasse sie auf einmal auf das 5000 Quadratmeter große Gelände, ein Zehntel von dem, was in Einkaufszentren erlaubt sei. Doch selbst das sei ihr nicht gestattet. Auch ihre Fans gehen auf die Barrikaden: 100.000 Zuschriften und Nachrichten, die ihr Kraft geben, hat die Burgenländerin erhalten. Viele würden sogar an den Bundeskanzler schreiben, so Gollnhuber.

Die Behörde verweist auf die aktuelle Maßnahmenverordnung. Das Haus gelte als Freizeiteinrichtung, und damit seien keine Besucher erlaubt. Ausnahmen gebe es nur beispielsweise für Museen. Das sei nach Rücksprache vom Gesundheitsministerium bestätigt worden. Bezirkshauptmann Helmut Nemeth verweist außerdem darauf, dass die Attraktion massiv beworben werde, es komme bei dem Haus zu großen Menschenansammlungen – was der Intention der Corona-Maßnahmen widerspreche.

Gollnhuber will sich jedenfalls nicht so leicht geschlagen geben und hat bereits ihren Rechtsanwalt eingeschaltet, um eine „kreative“ Lösung zu finden. Außerdem führt an ihrem Haus ein Wanderweg vorbei – und dort zu gehen sei ja nicht verboten ...

Christoph Miehl, Kronen Zeitung

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