11.12.2020 10:58 |

Große Antikörperstudie

349.000 in Österreich bisher mit Corona infiziert

Rund 349.000 Personen oder 4,7 Prozent der Bevölkerung haben österreichweit bis Mitte bzw. Ende Oktober eine Corona-Infektion durchgemacht - das ist das Ergebnis der von Statistik Austria und Bildungsministerium am Freitag präsentierten ersten bundesweiten Antikörperstudie. 61 Prozent der positiv auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 getesteten Personen waren zuvor nicht als Corona-Fälle registriert gewesen. Bei den bereits durchgemachten Infektionen kristallisierte sich auch ein West-Ost-Gefälle heraus.

Von 12. bis 14. November wurde im Rahmen der vom Bildungsministerium in Auftrag gegebenen und von der Statistik Austria in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz und der Medizinischen Universität Wien durchgeführten repräsentativen „Covid-19-Prävalenzstudie“ 2229 Personen über 16 Jahren Blut abgenommen. Gegen eine Infektion mit SARS-CoV-2 schützende, neutralisierende Antikörper wurden in insgesamt 92 Proben festgestellt. Da man davon ausgeht, dass es zur Bildung einer derartigen Immunantwort um die drei Wochen dauert, spiegelt dieser Wert also den Stand um Mitte bzw. Ende Oktober wider.

Daraus lasse sich in der Hochrechnung schließen, dass seit Pandemie-Beginn etwa 349.000 Menschen in österreichischen Privathaushalten die Erkrankung durchgemacht haben. Die statistische Schwankungsbreite, die die Studie zulässt, liegt zwischen 282.000 und 420.000 betroffenen Personen über dem Alter von 16 Jahren.

61 Prozent waren nicht im Epidemiologischen Meldesystem registriert
Unter den im Rahmen der Untersuchung positiv auf Antikörper getesteten Personen waren 61 Prozent vorher nicht im Epidemiologischen Meldesystem (EMS) registriert gewesen. 26 dieser 57 Studienteilnehmer berichteten über nur ein oder gar kein Covid-19-Symptom, der Großteil ging auch davon aus, nicht oder sehr unwahrscheinlich infiziert gewesen zu sein.

In der Antikörperstudie, die im Zuge der Prävalenzstudie zur Abschätzung der aktuell Infizierten durchgeführt wurde - eine Dunkelzifferstudie -, ergab sich auch ein West-Ost-Gefälle bei den bereits durchgemachten Infektionen. So lag die sogenannte Seroprävalenz in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich mit 5,7 Prozent über dem für Wien, Niederösterreich und das Burgenland errechneten Wert von 3,8 Prozent.

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