Brisanter Vorschlag

Altstadtschutz für Neubauten in der Murmetropole?

Steiermark
30.10.2010 14:06
Dass der Castellhof in Graz womöglich nicht abgerissen worden wäre, wenn er nur einen Häuserblock weiter östlich gestanden wäre, hat eine Diskussion über die Erweiterung der Altstadtschutzzonen in Gang gesetzt. Richard Mayr von der Altstadtsachverständigenkommission (ASVK) hält die Altstadt für ausreichend geschützt - die Unterschutzstellung von Architektur aus dem 20. Jahrhundert sei hingegen "überlegenswert".

Mayr hält den Schutz des historischen Baubestandes - Altstadt, Gründerzeitviertel, historische Ortskerne - für "ausreichend". Mit einer Ausnahme: "Eine Erweiterung der Schutzzone rund um das Schloss Eggenberg um die von der UNESCO festgelegte Pufferzone wäre sinnvoll", so Mayr. Weitaus brisanter: Man müsse darüber nachdenken, "ob nicht auch Architektur aus dem 20. Jahrhundert schützenswert ist", meint Mayr.

"Stadt wird ja zu Tode geschützt"
Als Beispiele nennt er die alte Postsiedlung in Geidorf sowie die Terrassenhaussiedlung in St. Peter (Bild). Das seien Beispiele für "Quartiere", die das Stadtbild prägen und charakteristisch für Graz sind. Mayr: "Die Frage ist: Besteht ein öffentliches Interesse, diese Ensembles zu erhalten oder nicht?" Ein Vorstoß, der Gerald Golenz, dem "Häuptling" der steirischen Immobilienbranche, die Zornesröte ins Gesicht treibt: "Bald darf in Graz überhaupt nichts mehr gebaut werden. Die Stadt wird ja zu Tode geschützt!"

Er befürchtet, dass durch die Ausweitung der Schutzzonen Investitionen verhindert würden. Dass man einen Glassturz über die Stadt stülpen wolle, bestreitet Mayr allerdings vehement: Es gehe nicht darum, etwas zu verhindern. "Was zählt, ist die baukünstlerische Qualität der Projekte!" Golenz zeigt dennoch keinerlei Verständnis: "Die Branche wird sich dagegen kräftig zur Wehr setzen", kündigt er vorsorglich an.

von Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone"

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