Der 44-jährige Angeklagte hatte erst einige Monate vor dem Unfall seinen Bus-Führerschein gemacht, vorher war er Taxifahrer. Am 20. Oktober 2009 übersah er beim Busterminal in Linz die beiden Mädchen, als diese die Straße überquerten. Eine Schülerin wurde vom Hinterrad überrollt und getötet, die andere erlitt Prellungen und Hämatome.
Der Angeklagte bekannte sich im Laufe der Verhandlung schuldig. "Ich habe die beiden Mädchen nicht gesehen", beteuerte er. Er habe zwar "einen Rumpler" gehört, aber gedacht, jemand hätte ihm eine Tasche vor den Bus geworfen. Ein Sachverständiger bestätigte, dass der 44-Jährige die Schülerinnen zum Zeitpunkt der Kollision nicht hatte wahrnehmen können. Er räumte aber ein, dass er wenige Sekunden vor dem Unfall zumindest die Köpfe der Schülerinnen hätte sehen müssen, sich aber in die falsche Richtung gedreht habe.
Falsche Reaktion führte zum Unglück
Der Richter wertete die Unbescholtenheit und das Geständnis des Angeklagten als mildernd, ebenso, dass er nach dem Unfall seinen Job verloren und bereits teilweise Schadenersatz an die Familien der Opfer geleistet habe sowie dass er wegen des Vorfalls in psychiatrischer Behandlung sei. Er sah dennoch einen "hohen Grad an Verschuldung" beim Angeklagten. "Wenn er richtig reagiert hätte, hätte er die Mädchen sehen müssen." Außerdem sei der 44-Jährige vermutlich schneller als die vorgeschriebenen 10 km/h gefahren. Das sei aber nur durch die Einschätzung von Zeugen und nicht durch Beweise abgesichert.
Das Urteil lautete 4.800 Euro unbedingt wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Zudem muss der Mann noch 1.000 bzw. 500 Euro an die Familien der Opfer bezahlen. Darüber hinaus ist ein Zivilrechtsverfahren anhängig. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung nahmen das Urteil an.








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