Es stockt einem der Atem, wenn ein junger Mensch von der einen Sekunde auf die andere jede Hoffnung, all seine Träume und jeglichen Lebensmut verliert. 31 Monate muss eine 20-jährige Tirolerin ins Gefängnis, weil sie Bahnkarten unter falschem Namen bestellt und nie bezahlt hat. 31 Monate Haft, die sie für ihr Leben zeichnen und abstempeln werden – als Kriminelle. 31 Monate, die ihr den Eintritt in die Gesellschaft als redlicher Bürger für immer verwehren werden. Brutal!
Falsche Kontodaten angegeben
Die zierliche Frau kauerte auf der Anklagebank, hielt sich an ihrer billigen Handtasche fest und ließ die Befragung durch die Richterin und Staatsanwalt Andreas Leo über sich ergehen. Die Vertreter der Justiz wollten wissen, warum die Wasserstoffblonde 441 Zugtickets der ÖBB übers Internet bestellt, dabei falsche Kontodaten angegeben und die empfangene Leistungen nie bezahlt hat.
"Anfangs wollte ich bezahlen, doch von meinem Konto wurde nie etwas abgebucht. Irgendwann fing ich an, fremde Kontonummern zu verwenden. Ich benutzte die Zugtickets, um zu meinem Freund in die Schweiz zu fahren und mir einen Job zu suchen", gestand sie.
Schon Mobiltelefon-Anbieter geprellt
Dabei hätte sie es besser wissen müssen: Erst 2009 wurde sie aus der Haft entlassen, weil sie Mobiltelefon-Anbieter auf ähnliche Art geprellt hatte… "Ich wollte keine Straftat begehen, ich mache den Schaden wieder gut." Vor einer Woche hat das Mädchen zum ersten Mal in ihrem Leben einen dauerhafte Stelle als Verkäuferin gefunden. Ein erster Schritt auf den rechten Weg. Doch nun heißt's: Einen Schritt zurück, ins Gefängnis!
von Matthias Holzmann, Tiroler Krone










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