Drogenbericht 2010

Suchtmittel als "Lebensabschnitt-Problem"

Österreich
28.10.2010 11:42
Der Konsum von illegalen Suchtgiften ist in Österreich zum überwiegenden Teil ein "Lebensabschnitt-Problem". Im Vergleich zu Nikotin- und Alkohol-Benutzern steigen nämlich weit mehr Konsumenten von Haschisch & Co. wieder aus, wie der "Bericht zur Drogensituation 2010" des Österreichischen Bundesinstituts für Gesundheitswesen feststellt. Im Jahr 2009 verloren demnach 187 Personen im engen Zusammenhang mit illegalen Drogen ihr Leben.

Unbestritten: Auch die Österreicher haben einen Hang zu illegalen Drogen. "Konsumerfahrungen mit illegalen Drogen (Lebenszeitprävalenz - jemals benutzt, Anm.) finden sich in Österreich am häufigsten bezüglich Cannabis mit Prävalenzraten von etwa 30 bis 40 Prozent bei jungen Erwachsenen", heißt es in dem Report. Dagegen fallen Ecstasy, Kokain und Amphetamine mit zwei bis vier Prozent bereits deutlich ab. Ein bis maximal zwei Prozent der Menschen haben Erfahrung mit Heroin oder anderen Opiaten.

Illegale Drogen als "Lebensabschnitt-Problem"
Es handelt sich dabei zum überwiegendsten Teil um ein "Lebensabschnitt-Problem". Während junge Erwachsene (20 bis 24 Jahre) derzeit die höchsten Raten an Erfahrungen mit illegalen Drogen (26 Prozent bei Cannabis) haben, sind es bei den 60- bis 69-Jährigen nur noch vier Prozent.

Hinzu kommt, dass jene Menschen, welche illegale Substanzen benutzen, oft auch damit wieder aufhören. Die Autoren: "Die Konsumausstiegsrate ist bei allen illegalen Substanzen erheblich höher als bei Alkohol (zehn Prozent) und Nikotin (38 Prozent) und liegt - auch für Cannabis bei rund 80 Prozent (zum Vergleich: LSD, biogene Drogen mit jeweils rund 90 Prozent und Kokain mit rund 60 Prozent). Dies belegt, dass "der Konsum illegaler Substanzen im Lebenslauf der meisten Personen ein zeitlich - meist auf Jugend und Erwachsenenalter - begrenztes, vorübergehendes Phänomen ist."

Berücksichtigt man, dass die Zahl der Menschen mit problematischem Opiatkonsum bei geschätzten 25.000 bis 37.000 Personen liegt, stellen die Raucher und die Alkoholabhängigen - fünf Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren und somit rund 350.000 Menschen - ein wesentlich größeres Problem dar. 12.500 bis 18.500 Menschen injizieren (vorwiegend) Opiate. Das ist wohl die gefährlichste Art der Benutzung von Drogen.

187 Drogen-Tote im Vorjahr
Laut Obduktionsbefunden gab es im Vorjahr in Österreich 187 direkt mit Suchtgiftkonsum in Verbindung stehende Todesopfer. Im Jahr 2008 waren es 169, im Jahr zuvor 175 und im Jahr 2006 197. Doch - so die Autoren des Reports - die Zahl muss als zunehmend ungenau betrachtet werden, weil die Obduktionsraten in Österreich laufend fallen und selbst in Verdachtsfällen nicht mehr immer die eigentliche Todesursache festgestellt wird.

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