Tonnenweise Gift

Niemand fühlt sich für Gerberei-Abfälle in Weiz zuständig

Steiermark
27.10.2010 17:03
Eine tickende Zeitbombe schlummert unter der oststeirischen Bezirkshauptstadt Weiz: Zig Tonnen giftiger Gerberei-Abfälle lagern seit Jahren an der Ortseinfahrt unter der Erde - für eine Räumung fühlt sich trotz verunreinigter Hausbrunnen bis dato aber niemand zuständig. Die Grünen rufen jetzt den Bund an.

Im Abstrom der Deponie sind die Messwerte bedenklich: Etwa bei Arsen und Chrom wurden erlaubte Schwellenwerte teils ums Siebenfache überschritten; Brunnen mussten gesperrt werden. Doch obwohl Grundwasser und Weizbach seit Jahren in Mitleidenschaft gezogen werden, passiert in puncto Räumung nichts, niemand fühlt sich für den "Sauhaufen" zuständig.

"In den 1970er-Jahren hat hier die Firma Schmidt zuletzt Gerbereimaterial abgelagert. Damals war das noch erlaubt. Jetzt wird darüber gestritten, ob die heutige Firma Wollsdorf Leder als Rechtsnachfolger zur Verantwortung gezogen werden kann", erklärt Grünenchefin Ingrid Lechner-Sonnek.

Bund soll Räumung vorfinanzieren
Länger kann und will man aber nicht mehr warten (bereits 2003 gab es einen Sanierungsbescheid vom Land): "Der Bund muss als zuständiges Amt für Wasserschutz die Räumung vorfinanzieren", fordert Lechner-Sonnek. In Wien möchte man jetzt dementsprechend Druck machen.

von Barbara Winkler, "Steirerkrone"

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