Wut bei Werder

Bremer nach Cup-K.-o. stinksauer auf Schiedsrichter

Fußball
27.10.2010 11:59
Bremen hat es am Dienstag in der Hand gehabt, den großen FC Bayern aus dem deutschen Cup zu werfen. Da aber Marko Arnautovic und Co. hochkarätige Chancen vernebelten und der schwache Schiri ein reguläres Tor Sebastian Prödls nicht zählte, schlichen die Werderaner als Verlierer vom Platz. Danach war die Empörung groß...

"Ich brauche mir die Szene gar nicht in der TV-Wiederholung anzuschauen, es war nie im Leben ein Foul, sondern eine klare Fehlentscheidung", schimpfte Prödl. Der Innenverteidiger aus der Steiermark hatte sich nach einem Corner und einem Fehler von Bayern-Keeper Jörg Butt im Kopfballduell mit Holger Badstuber durchgesetzt und aus kurzer Distanz eingeköpfelt. Eine Regelwidrigkeit hat dabei nur Schiedsrichter Michael Weiner gesehen.

"Wenn man so etwas pfeift, brauchen wir nicht mehr Fußball zu spielen. Diese Niederlage tut wirklich weg", meinte Werders Sportdirektor Klaus Allofs, und Trainer Thomas Schaaf versuchte sich zu beherrschen und murmelte: "Die entsprechenden Leute sollen sich darüber Gedanken machen." Kapitän Torsten Frings sagte: "Es ist wirklich ärgerlich, wenn der Schiedsrichter ein klares Tor nicht gibt und damit Einfluss auf das Spiel nimmt."

Van Gaal freut sich über Bayern-Dusel
Selbst der gegnerische Feldherr Louis van Gaal, der mit den Münchnern noch kein Cup-Spiel verloren hat, sah kein Vergehen. "Es ist gut, dass FIFA-Präsident Sepp Blatter keine Hilfsmittel zulässt, denn ich denke, dass es ein Tor von Prödl war", gab der Niederländer, der neben dem verletzten David Alaba auch Christoph Knasmüllner nicht auf der Bank hatte, ohne Wenn und Aber zu. "Ich finde es fantastisch. Wir haben so viele Verletzte, es ist Wahnsinn eigentlich", sagte Van Gaal.

Arnautovic hätte Matchwinner sein können
Er sprach auch von einem "sehr glücklichen Sieg" seiner seit 1991 in 24 Cup-Heimspielen ungeschlagene Elf. Diese hatte aber viel Dusel. Nach Prödls annulliertem Treffer stand Arnautovic im Mittelpunkt. Der Wiener, der nach 90 Sekunden das 1:0 durch Pizarro mustergültig vorbereitet hatte, fand innerhalb von fünf Minuten drei Chancen vor. Zuerst scheiterte er nach toller Prödl-Vorlage (64.) an Butt, dann knallte er einen Freistoß (65.) aus über 25 Metern an die Latte, und schließlich setzte er einen Flachschuss (69.) knapp am langen Eck vorbei.

"Wir hatten es selbst in der Hand, aber wir müssen mit den Chancen besser umgehen, Tore machen und gewinnen", resümierte Prödl, der vor dem Wechsel (25.) eine Riesenchance per Kopf zur 2:0-Führung vergeben hatte. Unmittelbar danach staubte Bastian Schweinsteiger zum 1:1 ab. Der Bayern-Star versenkte dann auch noch in der 74. Minute einen Ball aus 30 Metern unhaltbar in die Maschen. "Wir haben uns selbst geschlagen. Wir hatten fünf klare Chancen in der zweiten Hälfte. Wenn man die nicht nutzt, kann man so ein Spiel nicht gewinnen. Wir sind bitter dafür bestraft worden", bilanzierte Schaaf.

Traum-Tor von Stahl
Das Tor des Abends fiel in Koblenz, wo Michael Stahl beim 2:1-Sieg gegen Hertha BSC (ohne Djuricin und Beichler) aus der eigenen Hälfte mit einem 61-Meter-Schuss nach einer Stunde zum 1:0 traf. Der Mittelfeldmann, der vor einiger Zeit noch in der Bezirksliga tätig gewesen war, leitete damit die erste Saison-Niederlage des Zweitliga-Spitzenreiters aus Berlin ein. "Der Trainer sagt mir immer, wenn ich ich nicht weiß wohin mit dem Ball, hau einfach drauf", sagte Stahl vom Drittliga-Zehnten.

Von den weiteren Österreicher-Vereinen schafften am Dienstag der 1. FC Kaiserslautern (Walch bis 62. Minute, Hoffer auf Bank) gegen Arminia Bielefeld (3:0) und Energie Cottbus (ohne Obernosterer) gegen SC Freiburg (2:1) den Aufstieg ins Achtelfinale. FSV Frankfurt (Langer auf Bank) schied durch ein 0:1 gegen Vizemeister FC Schalke aus.

Die Ergebnisse im Überblick:
FC Bayern München - Werder Bremen 2:1
FSV Frankfurt - FC Schalke 04 0:1
1. FC Kaiserslautern - Arminia Bielefeld 3:0
Energie Cottbus - SC Freiburg 2:1
SpVgg Greuther Fürth - FC Augsburg 2:4 n.V.
TuS Koblenz - Hertha BSC 2:1
SC Victoria Hamburg - VfL Wolfsburg 1:3
1. FC Köln - TSV 1860 München 3:0

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(Bild: KMM)



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