"Krone": Ehrungen, Auszeichnungen, Interviews - haben Sie mit so viel Trubel gerechnet?
Hannes Pemberger: Ich habe es mir schlimmer vorgestellt. Es ist doch schön, wenn sich alle mit einem über den glücklichen Ausgang freuen.
Heinz Tilz: Ein bisserl viel ist es schon, aber mit den Interviews aus dem Stegreif klappt es ganz gut. Und als Obermoar beim Hüttenberger Reiftanz kann ich mit Öffentlichkeit umgehen - zumindest alle drei Jahre.
"Krone": Sie sind nun die Helden von Chile.
Tilz: Wir haben unseren Job gemacht. Ich habe die ersten beiden Kumpel hochgeholt, der Hannes die letzten - alle zwei Stunden haben wir uns ja mit dem dritten Kollegen abgewechselt, weil sonst schaffst du den Druck und die Konzentration nicht. Man darf ja keinen Fehler machen.
Pemberger: Held - angestellt bin ich als Schlosser. Aber ich kenn' mich aus unter Tage, habe auch schon im Gräberntunnel und im Falkenbergtunnel gearbeitet.
"Krone": Trotzdem: Was ist das für ein Gefühl, 33-facher Lebensretter zu sein?
Pemberger: Ein unglaublich schönes. Wir waren bei der Bergung 30 Meter weg - für mich war es gut, weil sonst hätten mich die Emotionen doch überwältigt.
Tilz: Ein Supergefühl, was sonst? Weil es so glatt funktioniert hat. Als Rohr auf Stein stieß, jeder Handgriff - alles hat viel besser geklappt, als wir zuvor befürchtet hatten.
Pemberger: Der tollste Moment war der, als die Männer ihre Familien umarmen konnten. Glauben Sie mir, das vergess' ich nie mehr!
"Krone": Was passiert eigentlich mit dem 600-Meter-Rettungsrekordschacht in Chile?
Pemberger: Da wurde ein dicker Deckel draufgegeben. Die Mine ist ja geschlossen.
"Krone": Und wie geht es weiter?
Tilz: Keine Ahnung. Die nächste Woche habe ich noch Zeit für die Familie. Und zum Entspannen, was dringend notwendig wird.
Pemberger: Ich kehre bald zurück auf meine alte Baustelle im Schwäbischen. Wir bohren nahe Stuttgart einen 101,5 Meter tiefen Luftschacht. Ein Spannender Job.
Tilz: Ich war ja schon vor dem Minenunglück sieben Monate lang in Chile - ausgerechnet während des starken Erdbebens. Da hat es ordentlich gewackelt, bei 8,7. Vielleicht wird es jetzt für mich wieder etwas ruhiger.
Interview: Kerstin Wassermann








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