Die Krise haben Tirols Frächter mehr oder weniger unbeschadet übertaucht. "Die Auftragslage ist gut, doch wegen der Lenk- und Ruhezeiten-Regelung verlieren wir derzeit sicher rund 20 Prozent unserer Aufträge", erklärt Martin Gruber vom gleichnamigen Transport-Unternehmen in Götzens. Die Firma hat 30 Bagger, 30 Lkws und beschäftigt 60 Mitarbeiter. Die Hauptleidtragenden des Gesetzes sind natürlich die Fahrer, die nun auch um 20 Prozent weniger Lohn bekommen.
Baustellen-Arbeiten dauern normalerweise von 7 Uhr in der Früh bis 18 oder 19 Uhr am Abend. Laut dem Lenk- und Ruhezeiten-Gesetz müssen regelmäßige Pausen eingelegt werden. "Im Fernverkehr macht diese Regelung Sinn, doch auf den Baustellen hat dieses Gesetz nichts verloren", so Gruber. In der Praxis sieht es dort nämlich so aus, dass ein Lkw-Fahrer ständig Standzeiten bis zu zehn Minuten hat – doch diese werden erst ab der 16. Minute angerechnet. So ist es schon vorgekommen, dass ein Lkw-Lenker, der nach 4,5 Stunden statt 45 nur 42 Minuten Pause gemacht hat, abgestraft wurde. Kosten: 300 Euro!
Gruber schätzt, dass Tirols Lkw-Fahrer auf den Baustellen alleine heuer mehr als 200.000 Euro Strafe wegen der Lenk- und Ruhezeiten bezahlt haben.
EU muss Problem lösen
Für den Transportunternehmer ist klar, dass die Polizisten, die auf den Baustellen die Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer kontrollieren, nur ihren Job machen. "Das Problem muss auf Bundes- bzw. EU-Ebene gelöst werden. Es braucht eine Gesetzesnovelle, für den Baustellenverkehr muss eine eigene Lenk- und Ruhezeiten-Regelung ausgearbeitet werden. Es kann nämlich so sein, dass die Menschen fürs Arbeiten bestraft werden", sagt Gruber abschließend.
von Markus Gassler, Tiroler Krone








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