Von Arbeitgeberseite hieß es nach dem zehnstündigen Verhandlungsmarathon, weitere Gespräche hätten in der Nacht keinen Sinn mehr gemacht. Am Freitag, dem 5. November, wird weiterverhandelt, davor gibt es österreichweite Betriebsversammlungen. Weitergehende Maßnahmen wollten die beiden Verhandlungsführer Rainer Wimmer und Karl Proyer nicht kommentieren.
"Menschen stehen hinter unseren Forderungen"
Wimmer und Proyer betonten, dass es neben der Reduktion der Normalarbeitszeit auch um einen Abbau der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden gehe, die derzeit im Schnitt um fünf Stunden über den Normarbeitszeiten liegen würden. Gerade in jenen Berufen, die körperlich besonders fordernd sind sowie bei Nacht- und Schichtarbeitern soll es in einem ersten Schritt eine Reduktion der Arbeitszeit geben. "Mehr als 300 Millionen Euro an Löhnen würden auf Zeitkonten liegen, rechneten Wimmer (PRO-GE) und Proyer (GPA) vor. "Wir werden den Druck deutlich erhöhen und merken, dass die Menschen - gerade in Zeiten von Sparpaketen - hinter unseren Forderungen stehen", so Wimmer zu Journalisten.
Die Arbeitgeber waren bereits in der ersten Verhandlungsrunde vergangene Woche der Gewerkschaft entgegengekommen und haben auf ihre Forderung einer Arbeitszeitflexibilisierung verzichtet. Außerdem zeigten sie sich am Donnerstag zu Mittag vor Verhandlungsbeginn auch bei den Überstundenzuschlägen gesprächsbereit. Mutmaßungen, dass die Gewerkschaftsseite nun die Arbeitszeitverkürzung fallen lässt, haben sich nicht bestätigt.
Scharfe Attacken gegen Wirtschaftsminister
Am Rande der Herbstlohnrunde für die rund 165.000 Beschäftigten der Metallindustrie haben die Gewerkschaften auch scharf gegen Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner geschossen. Dieser hatte, entgegen den üblichen Usancen, den Sozialpartnern ausgerichtet, dass er für eine moderate Lohnerhöhung und gegen eine Arbeitszeitverkürzung ist. Er drohte mit einem Eingriff des Gesetzgebers, sollte die Gewerkschaft weiter gegen flexiblere Arbeitszeiten mobil machen. Die Gewerkschaften fürchten, dass unter dem "Deckmantel" der Flexibilisierung Überstundenzuschläge gestrichen werden sollen.
Neben den rund 165.000 Beschäftigten der Metallindustrie verhandeln zurzeit auch die knapp 500.000 Handelsangestellten ihren Lohnabschluss. Auch hier sollen die Forderungen noch weit auseinanderliegen. Donnerstagabend begannen zudem die Verhandlungen mit den Beamten. Eine Nulllohnrunde für alle werde es hier auf jeden Fall nicht geben, hatte Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bereits ausgeschlossen.
Im Vorjahr waren fünf Verhandlungsrunden nötig
Für Freitag hat die Metaller-Gewerkschaft eine Betriebsrätekonferenz angesetzt, wo die bisherigen Ergebnisse präsentiert werden. Im Vorjahr waren fünf Runden nötig, bis weißer Rauch aufstieg. Im Krisenjahr 2009 einigten sich die Sozialpartner auf eine Erhöhung der Metaller-Mindestlöhne um 1,5 Prozent, die Ist-Löhne stiegen um 1,45 Prozent.










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