Die drei Mitarbeiter des Tunnelbauspezialisten ÖSTU-Stettin bedienten jene Seilwinde, mit denen die 33 Minenarbeiter aus 600 Metern Tiefe zurück ans Tageslicht geholt worden sind. Dass die Rettungsaktion so glatt verlief, war im Vorfeld gar nicht sicher. "Bei einer Probefahrt war die Kapsel stecken geblieben", sagte Tilz. Dementsprechend groß war die Freude, als der erste Kumpel problemlos an die Oberfläche gebracht wuirde.
Die Mitarbeiter versuchten aber, sich bei ihrer Arbeit nicht all zu sehr emotional zu beteiligen, um ihre Konzentration nicht zu gefährden. "Wir sind cool geblieben und haben unsere Arbeit gemacht", sagte Tilz.
Zwei an der Winde, einer ruhte sich aus
Bei der Rettungsaktion bedienten immer jeweils zwei Männer das Seil, während einer sich ausruhen konnte. So konnten sie zwischendurch auch kürzere Schlafpausen einlegen. Die großen Emotionen gab es erst nach dem Einsatz. Als der letzte Mann geborgen war, war das ein "super Erlebnis", sagte Pemberger.
Nach dem Einsatz trafen die Österreicher auch mit zwei der geretteten Kumpels zusammen. "Da sind die Emotionen schon hochgegangen", meinte Tilz. Die Bergarbeiter machten dann gemeinsam mit ihren Rettern Fotos.
Eine Milliarde schauten zu - "Das war gewöhnungsbedürftig"
Dass ihnen 800 Millionen bis eine Milliarde Menschen live vor dem Fernseher bei ihrer Arbeit zugesehen haben, war für die drei Männer gewöhnungsbedürftig. "Das hat man sich anfangs gar nicht vorstellen können", erzählte Tilz. Mit den Chilenen verständigten sich die Österreicher übrigens mit ein paar Brocken Spanisch, in Englisch und vor allem mit Händen und Füßen.
Mit Problemen bei dem Einsatz hatte das Unternehmen nicht wirklich gerechnet. Die Seile waren sogar für wesentlich schwerere Lasten geeignet gewesen, betonte Geschäftsführer Harald Pacher. Gezittert wurde dennoch: "Die Aufgabe war ein enormes Risiko, viel höher als jeder Bauauftrag. Schließlich ging es um die Rettung von Menschenleben in einer nahezu auswegslosen Situation", so Pacher.
Auszeichnung für burgenländischen Retter
Dem Burgenländer Peter Laschober soll nun für seinen Einsatz das Verdienstkreuz seines Landes verliehen werden, hieß es am Mittwoch aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Niessl. Laschober sei federführend an der Rettung von Menschenleben beteiligt gewesen, so Niessl: "Er hat weltweit bewiesen, dass Burgenländer bei ihrer beruflichen Tätigkeit vorbildlich agieren und außerdem kompetent und einsatzfreudig sind."
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