20.10.2020 16:41 |

Bis zu 533 km/h

SSC Tuatara: Das erste Serienauto über 500 km/h

Es ist vollbracht: Das Hypercar mit einem der wohl unpassendsten Tiernamen, die man solch einem Boliden verpassen kann, hat den angestrebten Geschwindigkeitsrekord gebrochen: Der SSC Tuatara ist nun das schnellste Serienauto der Welt - mit einem gemessenen Durchschnittstempo von 508,73 km/h!

Da muss Koenigsegg erst einmal ein Ei ausbrüten, um sich diesen Fabelrekord zurückzuholen, der Agera RS wurde jedenfalls heftig entthront. Die Deutlichkeit ist kaum in Worte zu fassen, aber in Zahlen: Der Tuatara fuhr im Durchschnitt fast 52 km/h schneller! Dabei hatten schon die 457,2 km/h des Koenigsegg als Fabelrekord gegolten.

Herausgefahren wurde das Ergebnis am 10. Oktober 2020 von Testfahrer Oliver Webb auf einer (abgesperrten) öffentlichen Straße im US-Bundestaat Nevada, just dort, wo sich auch der Schwede im November 2017 in die Geschichtsbücher eingetragen hat.

Die Strecke musste - damit der Rekord offiziell gilt - in beiden Richtungen befahren werden, um Steigung/Gefälle und Windeinflüsse auszugleichen. Da ein Gefälle von 3 Prozent vorliegt, unterscheidet sich das Tempo der beiden Fahrten deutlich. Bergab erzielte der Tuatara sogar ein Höchsttempo von 532,93 km/h! Auf dem Hinweg waren es 484,53 km/h, was auch schon für den Rekord gereicht hätte.

Weitere Rekorde, die mit aufgestellt wurden: die schnellste fliegende Meile auf einer öffentlichen Straße (503.92 km/h) und der schnellste Kilometer auf einer öffentlichen Straße (517.16 km/h).

Um den Anforderungen eines offiziellen Rekordes zu genügen, mussten die Fahrten mit einem zertifizierten GPS-System gemessen werden, außerdem mussten zwei zugelassene Zeugen vor Ort sein. Zudem musste handelsüblicher Sprit (kein Rennsprit) im Tank sein und straßenzugelassene Reifen auf den Felgen.

Das ist das Rekordauto
Der „Shelby Supercars Tuatara“ wird von einem 5,9 Liter großen Biturbo-V8 angetrieben, der 1774 PS leistet, wenn er mit E85 befeuert wird. Mit Normalbenzin (91 Oktan) kommt er immerhin noch auf 1369 PS. Die Kraftübertragung passiert über ein sequentielles Siebenganggetriebe. Chassis und Karosserie bestehen aus Carbon, die Crashstrukturen aus Aluminium-Waben. Statt eines großen Heckflügels sorgen zwei kleine Winglets auf den hinteren Kotflügeln für aerodynamische Stabilität.

Insgesamt sollen 100 Stück gebaut werden, die ersten werden gerade an Kunden ausgeliefert. Zum Stückpreis zwischen 1.625.000 Dollar und 1,9 Millionen Dollar für die voll ausgestattete Variante mit High Downforce Track Pack.

Der Tuatara und sein seltsamer Name
Der Name des Boliden stammt von der in Neuseeland lebenden Brückenechse, die in der Maori-Sprache Tuatara heißt. Dieses „lebende Fossil“ hat die Eigenschaft, seine DNS-Struktur schneller zu entwickeln als jedes andere Lebewesen. Ob der Name wirklich so geeignet ist für ein Auto, das besonders schnell fahren soll, ist dennoch fraglich:

Tuataras bewegen sich recht langsam fort. Sie laufen mit abstehenden Beinen und lateralen Wellenbewegungen von Schwanz und Rumpf, welche am Boden schleifen. Kurzfristig können sie mit erhobenen Rumpf spurten, halten diesen Laufstil aber meist nur wenige Meter durch. (Wikipedia)

Echse hat kein Sexualorgan
Auch eine andere Eigenschaft hätte den Tuatara nicht für jeden als erste Wahl in Sachen Namensspende erscheinen lassen: Das Tuatara-Männchen hat kein externes Sexualorgan

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