"Krone"-Interview

Montanuni-Rektor: "Wir befürchten leider das Ärgste"

Steiermark
14.10.2010 17:08
An den heimischen Unis brodelt's: Weil die Regierung im Zuge des Sparpakets massive Budgetkürzungen plant, ertönen laute Hilferufe. In Graz wird am Dienstag sogar demonstriert (Nachlese siehe Infobox). Über die aktuelle Situation an der Montanuni Leoben sprach die "Steirerkrone" mit Rektor Wolfhard Wegscheider (Bild).

"Krone": Herr Wegscheider, wird der Protest in Leoben auch auf die Straße getragen?
Wolfhard Wegscheider: Nein, in Leoben fehlt dafür das Publikum. Stadtregierung und Bevölkerung sind ohnehin auf unserer Seite. Und der Wiener Ballhausplatz (Bundeskanzleramt, Anm.) ist weit weg.

"Krone": Aber die Montanuniversität trägt den Protest mit?
Wegscheider: Natürlich, es wird am Dienstag auch bei uns eine Vollversammlung geben, in der alle Gruppen ihre Sichtweise darlegen können. Dadurch fallen Vorlesungen aus. Was danach kommt, ist aber schwer zu sagen.

"Krone": Die Rektoren wollen strengere Zugangsregeln. Ist das an der Montanuni überhaupt ein Thema?
Wegscheider: Bei uns spielt das, wie bei allen technischen Unis, eine geringe Rolle, es fehlen die Massenfächer. Aber Österreich braucht neue Zugangsregelungen. Es kommt ja auch keiner auf die Idee, 100 Kinder in nur eine Kindergartengruppe zu stecken.

"Krone": Und was ist mit der zweiten Rektoren-Forderung, keine Kürzung des Budgets?
Wegscheider: Bei uns wurde zuletzt viel aufgebaut. Wenn jetzt finanziell zurückgefahren wird, wäre das Geld hinausgeschmissen. Man kann die Gebäude ja nicht zur Ruine verfallen lassen! Forschung lässt sich nun einmal nicht einfach auf- und abdrehen.

"Krone": Aber nicht nur die Forschung würde leiden...
Wegscheider: ...sondern auch die Lehre. Die Folgen wären ein noch größerer Mangel an Fachkräften und ein volkswirtschaftlicher Schaden.

"Krone": Hand aufs Herz: Wie dramatisch ist die Situation?
Wegscheider: Nachdem wir Rektoren seit Monaten auf einen Termin mit Kanzler und Vizekanzler warten, ist leider das Ärgste zu befürchten...

Interview: Jakob Traby, "Steirerkrone"

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Steiermark



Kostenlose Spiele