"Krone": Herr Wegscheider, wird der Protest in Leoben auch auf die Straße getragen?
Wolfhard Wegscheider: Nein, in Leoben fehlt dafür das Publikum. Stadtregierung und Bevölkerung sind ohnehin auf unserer Seite. Und der Wiener Ballhausplatz (Bundeskanzleramt, Anm.) ist weit weg.
"Krone": Aber die Montanuniversität trägt den Protest mit?
Wegscheider: Natürlich, es wird am Dienstag auch bei uns eine Vollversammlung geben, in der alle Gruppen ihre Sichtweise darlegen können. Dadurch fallen Vorlesungen aus. Was danach kommt, ist aber schwer zu sagen.
"Krone": Die Rektoren wollen strengere Zugangsregeln. Ist das an der Montanuni überhaupt ein Thema?
Wegscheider: Bei uns spielt das, wie bei allen technischen Unis, eine geringe Rolle, es fehlen die Massenfächer. Aber Österreich braucht neue Zugangsregelungen. Es kommt ja auch keiner auf die Idee, 100 Kinder in nur eine Kindergartengruppe zu stecken.
"Krone": Und was ist mit der zweiten Rektoren-Forderung, keine Kürzung des Budgets?
Wegscheider: Bei uns wurde zuletzt viel aufgebaut. Wenn jetzt finanziell zurückgefahren wird, wäre das Geld hinausgeschmissen. Man kann die Gebäude ja nicht zur Ruine verfallen lassen! Forschung lässt sich nun einmal nicht einfach auf- und abdrehen.
"Krone": Aber nicht nur die Forschung würde leiden...
Wegscheider: ...sondern auch die Lehre. Die Folgen wären ein noch größerer Mangel an Fachkräften und ein volkswirtschaftlicher Schaden.
"Krone": Hand aufs Herz: Wie dramatisch ist die Situation?
Wegscheider: Nachdem wir Rektoren seit Monaten auf einen Termin mit Kanzler und Vizekanzler warten, ist leider das Ärgste zu befürchten...
Interview: Jakob Traby, "Steirerkrone"









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