"Gefahr im Verzug"

BZÖ: Grosz fürchtet Auslöschung seiner Partei

Österreich
12.10.2010 10:24
Der steirische BZÖ-Chef Gerald Grosz hat nach der Wahlschlappe in Wien die aussichtslose Lage seiner eigenen Partei angeprangert und Kritik an der Bundesspitze geübt. Nach fünf gescheiterten Versuchen, in Landtage einzuziehen, herrsche "Gefahr im Verzug", man sei "bundespolitisch in einer desaströsen Situation". Nötig seien nun eine Kurskorrektur und ein "gänzlicher Neubeginn", denn "sonst gibt es uns nach der Nationalratswahl nicht mehr", befürchtet Grosz wohl nicht zu Unrecht.

Gerade im Hinblick auf die Nationalratswahl 2013 habe er größte Sorge, meinte Grosz. Gemessen am "grauslichen" Wiener Ergebnis seien in die Ergebnisse in der Steiermark und in Oberösterreich "wahrlich ein Triumph" gewesen.

"Inhaltslos und verwaschen"
Dies zeige, dass man mit der Fortsetzung der Politik Jörg Haiders mehr erreichen könne "als mit verwaschenen und inhaltsleeren Argumenten, die keinen Menschen interessieren und hinter dem Ofen hervorlocken". Von der Bundespartei habe es nicht nur keinen Rückenwind gegeben, es habe "Windstille" geherrscht.

Auch wenn es darum gehe, das BZÖ "inhaltlich, personell und im Profil zu schärfen", wollte Grosz keine konkreten personellen Konsequenzen fordern. Keinesfalls dürfe nun zur Tagesordnung übergegangen werden. Es seien vielmehr die Probleme der Menschen "mit aller Härte und ohne Rücksicht" anzusprechen. Der Landesvorstand werde noch am Montag beraten, die Ergebnisse würden im Bundesvorstand vorgebracht.

Besuch beim Papst
Zu seiner Ankündigung von vor der Steiermark-Wahl, er werde sich für den Fall, dass er den Sprung in den Landtag nicht schaffe, aus der Politik zurückziehen, meinte Grosz: "Ich habe mit der Familie entschieden, die mich als jungen Familienvater an meine Aufgabe erinnert hat: Ich bin wieder da." Nach 14 Tagen Auszeit, die er unter anderem für den Besuch der Generalaudienz beim Papst in Rom nutzte, seien seine Batterien wieder aufgeladen.

Im Gegensatz zu BZÖ-Kollegen Michael Schmid, der sich 2000 als FPÖ-Infrastrukturminister aus der Regierung mit dem Satz "Die Batterien sind leer" verabschiedet hatte, lebe er in einer anderen Zeit: "Ich bin ja nicht batteriebetrieben, ich habe einen Akku, der wieder aufladbar ist."

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