Gefährliche Strecken

Experten warnen: Nebel macht Kinder häufig "unsichtbar"

Tirol
09.10.2010 09:16
"Der Frühnebel kann mitunter hartnäckig sein", so hat es am Freitag im Wetterbericht geheißen. Vor allem Autofahrer sollten auf der Hut sein: Die "weiße Gefahr" macht ab sofort Schulkinder häufig "unsichtbar"! Verkehrsexperten raten besonders jetzt zu defensiver Fahrweise. Zumeist tritt der Nebel ohnehin nicht überraschend auf, sondern hält sich besonders gerne auf bekannten Strecken – Jahr für Jahr.

"Der Nebel ist für die Autofahrer jene Gefahr, die man am besten sieht – weil man eben nichts sieht", sagt Norbert Blaha, Chef des Tiroler Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). Besonders jetzt im Herbst ist die Sicht für die Autolenker speziell in den Morgen-, aber auch in den Abendstunden häufig schlecht. Blaha nennt jene Streckenabschnitte, die in Tirol besonders oft betroffen sind:

  • Alle Tallagen und vor allem jene, wo sich Flüsse und Seen in der Nähe befinden.
  • Auf der Inntalautobahn im Unterland die Region um Jenbach mit der Einmündung ins Zillertal und der Raum Kramsach, im Raum Innsbruck der Streckenabschnitt von Völs bis Zirl.
  • Auf der Brennerautobahn muss besonders im Bereich Matreiwald auf die Nebelgefahr geachtet werden.

"Sehen und gesehen werden" lautet eine Formel der Verkehrsexperten bei Nebel. Blaha gibt Tipps: "Zunächst einmal sollte das Tempo unbedingt reduziert und zudem entsprechend Abstand zum Vordermann eingehalten werden – als Faustregel gelten drei Sekunden. Scheibenwischer und Nebelschlussleuchte sind in Betrieb zu nehmen, es sollte nur das Abblendlicht verwendet werden. Noch ein Wort zur Nebelschlussleuchte: Wird man von einer geblendet, muss man die eigene unbedingt abschalten."

An die Eltern von Schulkindern appelliert Verkehrsexperte Blaha, ihr Lieblinge sichtbar zu machen: Etwa durch Reflektorbänder. Die Unfallstatistik beweist: Die meisten Verkehrsunfälle mit Fußgängern ereignen sich von Oktober bis Dezember. Auch für Erwachsene ist das Tragen von Reflektorbändern keine Schande…

von Günther Krauthackl, Tiroler Krone

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