In und um Graz sollen mehrere Kraftwerke errichtet werden. Über welches soll überhaupt abgestimmt werden?
Zwei Kraftwerke - in Kalsdorf und Gössendorf, südlich von Graz - sind bereits in der Umsetzung. Zwei weitere - eines in Gratkorn, eines in Graz auf Höhe der Puntigamerbrücke - sind in Planung. Nur letzteres steht derzeit zur Disposition.
Ist das Ergebnis der Volksbefragung bindend?
Nagl betont, dass das Votum der Bevölkerung in jedem Fall respektiert werde: "Wenn sich die Mehrheit der Grazer gegen das Kraftwerk aussprechen sollte, wird es auch nicht gebaut!"
Wann sollen die Grazer befragt werden?
Eine Volksbefragung muss von der Mehrheit der Abgeordneten im Gemeinderat beschlossen werden. "Die Energie Steiermark hat großes Interesse daran, dass die Entscheidung so rasch wie möglich fällt, um Klarheit zu kriegen", sagt Urs Harnik, Sprecher der Energie Steiermark. Der Wunsch dürfte sich erfüllen. Nagl: "Spätestens im kommenden Frühjahr wird abgestimmt!"
Wie sollen die Grazer befragt werden?
Nagl bevorzugt das "Schweizer Modell". Satt in der Wahlkabine abzustimmen, sollen an alle Grazer Broschüren und Wahlkarten verschickt werden. Zudem soll es die Möglichkeit geben, via Internet abzustimmen. Voraussetzung ist auch hier ein entsprechender Beschluss des Gemeinderats.
Ist der Bau des Grazer Kraftwerkes Bedingung für die Attraktivierung der Mur?
"Das Kraftwerk ist die 'Trägerrakete' für die Aufwertung des Lebensraums Mur", sagt Harnik. Heißt im Klartext: Ohne Kraftwerk, keine Mitfinanzierung bei der Murschifffahrt, beim Bau von Uferpromenaden, Radwegen und Cafés. Nagl: "Viele Dinge werden ohne Kraftwerk nicht möglich sein. Der Fluss wird aber so oder so kein Urwald bleiben, die Mur wird neu gestaltet."
Wie weit sind die Planungen fortgeschritten? Wie viel wurde bereits in das Projekt investiert?
Bisher wurden in die vorbereitenden Planungsarbeiten 2,5 Millionen Euro investiert. "Die Planungen sind weitgehend abgeschlossen, das Projekt wurde im Frühsommer beim Land eingereicht. Die Umweltverträglichkeitsprüfung läuft", erklärt Urs Harnik. Der Projektstopp habe auf die Behördenverfahren keinerlei Auswirkungen.
von Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone"








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