"Revitalisierung"

Inn soll vom toten "Kanal" zu einem Naturjuwel werden

Tirol
09.10.2010 10:29
Zur Landgewinnung ist der Inn im Lauf der Jahrhunderte immer mehr eingeengt worden – bis nur noch ein kanalartiger Fluss übrig war. Schrittweise und an vielen Stellen entstehen nun kleine Nebenarme und Auen. Einblicke in die sogenannte Revitalisierung gewähren Info-Punkte. Einer wurde in Innsbruck-Kranebitten eröffnet.

Umweltminister Niki Berlakovich nutzte seinen Tirol-Besuch am Freitag, um die erste Infotafel einzuweihen, die auf das Großprojekt Inn-Revitalisierung verweist. Jeder Spaziergänger und Radfahrer kann sich schnell einen Überblick verschaffen.

"100-prozentigen Hochwasserschutz wird es nie geben. Aber diese Projekte tragen wesentlich dazu bei", sagte der Minister. Kernstück sind neue künstliche Seitenarme und Auen, die auch Lebensraum für Flora und Fauna bieten.

"Biber kam, während noch gebaut wurde"
"In Radfeld, wo bereits eine kleinere Renaturierung erfolgt ist, hat sich noch während der Bauphase ein erster Biber angesiedelt", berichtet Christoph Walder vom WWF. Tirols Umweltlandesrat Hannes Gschwentner bekannte sich dazu, dass der Inn auch künftigen Generationen in möglichst naturnaher Form erhalten bleibt.

Weitere große Inn-Revitalisierungssprojekte gibt es in Serfaus (Baubeginn noch im Oktober), in Telfs (neue Aulandschaft) und in Wörgl-West (auf zwei Kilometern Länge zwischen Autobahn und Fluss). Ein weiteres Ziel ist die Schaffung von Überschwemmungsflächen am Inn, die landwirtschaftlich genutzt werden, im Extremfall aber Hochwasserspitzen aufnehmen sollen.

von Andreas Moser, Tiroler Krone
Bild (von links): Christoph Walder (WWF), Bundesrätin Anneliese Junker, Umweltminister Niki Berlakovich, Umweltlandesrat Hannes Gschwentner.

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