02.10.2020 12:19 |

„Definitive Edition“

„Mafia“-Neuauflage: So muss ein Remake sein!

Das 2002 erschienene Open-World-Actionspiel „Mafia“ gilt unter Fans bis heute als Meisterwerk und hat 18 Jahre nach der Erstveröffentlichung mit der „Definitive Edition“ nun eine Neuauflage mit zeitgemäßer Optik und anderen Verbesserungen spendiert bekommen. Wir haben das von den Machern von „Mafia 3“ entwickelte Remake angespielt und stellen fest: Genau so muss ein Remake sein!

„Command and Conquer“, „Age of Empires“, „Super Mario 3D All Stars“, das „Half Life“-Fan-Remake „Black Mesa“, die Teile zwei und drei von „Resident Evil“ und nun auch „Mafia“: Alte Spieleklassiker neu aufzulegen ist derzeit schwer in Mode - und für Nostalgiker eine tolle Möglichkeit, ihre Lieblingsspiele noch einmal neu zu erleben.

Allerdings wird nicht jede dieser Neuauflagen mit der gleichen Hingabe umgesetzt: Manch ein Klassiker wurde für seine Neuveröffentlichung nur rudimentär modernisiert, also „remastered“, manch anderer als komplettes Remake von Grund auf neu entwickelt.

Von den Machern von „Mafia 3“ entwickelt
„Mafia: Definitive Edition“ zählt zur zweiten Gruppe: Das Remake des Klassikers wurde von Hangar 13, dem Entwickler von „Mafia 3“, umgesetzt und könnte mit seiner zeitgemäßen Grafik, der nun deutlich lebendigeren Spielwelt und den weit detaillierteren Figuren als im Original auch als komplett neues Spiel durchgehen.

Die Handlung um Taxler Tommy, der durch Zufall in die Welt des organisierten Verbrechens stolpert und sich dort schnell hocharbeitet, entspricht indes jener des Originals. Mit diesem Rezept hatten schon Capcoms „Resident Evil“-Neuauflagen großen Erfolg. Und es funktioniert auch bei „Mafia“.

Remake um ganz neue Dialoge erweitert
Tatsächlich haben die Entwickler „Mafia“ in der „Definitive Edition“ nicht nur in die Gegenwart geholt, sondern an vielen Stellen im Spiel neue Inhalte eingebaut, ohne das Spielgefühl des Originals dabei aus den Augen zu verlieren. Manch eine Zwischensequenz wurde leicht verändert, was vor allem bei Fans des Originals immer wieder Aha-Momente auslöst. Außerdem hat man eine Menge ganz neue Dialoge, die gern als Gespräch bei einer Autofahrt zum nächsten Einsatzort eingestreut werden, ins Spiel integriert. Das verleiht der Spielwelt mehr Tiefe und füllt die Leere zwischen den Einsätzen, die manch einen beim Original gestört hat.

Story spielt die Hauptrolle in der Open-World
Spielerisch bleibt man dem Original trotzdem treu: „Mafia: Definitive Edition“ ist wie das Original kein Open-World-Spiel à la „GTA“, lockt also nicht an jeder Ecke mit einer neuen Mission, die den Spieler von der Haupthandlung ablenkt. Vielmehr handelt es sich um ein recht handlungsgetriebenes Actionspiel, das in einer offenen Dreißigerjahre-Spielwelt statt einzelnen Levels spielt. Das mag den Wiederspielwert mindern, hat aber auch den Vorteil, dass man sich ohne große Ablenkung durch die packende Gangstergeschichte spielen kann und von einem Story-Highlight zum nächsten eilt.

Lost Heaven und Tommy in ganz neuem Glanz
Dass das unserem Eindruck nach im Remake noch ein bisschen besser wirkt als im Original, hat nicht zuletzt optische Gründe: Die Charaktere um unseren Mafioso Thomas „Tommy“ Angelo sind wesentlich detaillierter als im Original, vor allem die Mimik während der Dialoge und die Animationen hat man massiv verbessert. Moderne Lichteffekte und Reflexionen sind der Atmosphäre ebenso zuträglich wie die um neue Details - mehr Passanten, schönere Gebäude, besseres Schadens-Feedback bei den Autos - ergänzte Spielwelt. Kurzum: Der Klassiker erstrahlt als Komplett-Remake in ganz neuem Glanz.

Zeitlose Story, diesmal noch packender
Die Story von „Mafia“, die von einem äußerst stimmigen Soundtrack untermalt, in filmreifen Cutscenes erzählt und mit zusätzlichen Dialogen ergänzt wird, zieht den Spieler auch heute noch in ihren Bann und ist ein Freudenfest für Fans von Gangsterfilmen wie „Der Pate“. Das Gameplay an sich, das im Wesentlichen aus Schießereien und Verfolgungsjagden besteht, hat man geschickt in die Moderne geholt und „Mafia“ beispielsweise ein Deckungssystem spendiert, durch das sich die Schießereien noch etwas spannender spielen.

Auch das Fahrverhalten der Oldtimer, mit denen Tommy durch die Spielwelt Lost Heaven düst, ist im Remake etwas realistischer als im Original. Sogar Motorräder haben die Entwickler eingebaut - die gab es im ersten „Mafia“ noch nicht. Ein überarbeitetes System mit mehreren Schwierigkeitsraden macht das Remake einsteigerfreundlicher als das recht harte Original.

Fazit: Nicht nur Nostalgiker, die noch einmal das Abenteuer des Tommy Angelo in Lost Heaven erleben wollen, werden bei „Mafia: Definitive Edition“ auf ihre Kosten kommen. Die Neuauflage ist auch ein toller Einstieg für Gamer, die „Mafia“ noch nicht kannten und könnte ebenso als ganz neues Actionspiel mit zeitgemäßer Grafik und Spielmechanik durchgehen. „Mafia: Definitive Edition“ ist also genauso, wie man es sich vom Remake eines Klassikers erhofft und etwa neben „Resident Evil 2“ ein Positivbeispiel dafür, wie ein befriedigendes Remake auszusehen hat.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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