30.09.2020 12:13 |

Wegen Randy Orton

Tätowiererin verklagt Macher von Wrestling-Game

Geistiges Eigentum und dessen Lizenzierung ist immer eine heikle Sache - erst recht, wenn es sich um das Werk einer Tattoo-Künstlerin auf der Haut eines Anderen handelt, der dann auch noch Profi-Wrestler ist. Mit dieser komplexen Materie muss sich nun ein Gericht in den USA beschäftigen, nachdem eine Tätowiererin den Wrestling-Verband WWE und Take-Two, den Macher des Videospiels „WWE 2K“, verklagt hat.

Stein des Anstoßes ist Randy Orton, einer der ganz großen Stars in der Welt des Wrestlings - und Inhaber fast vollständig „gepeckter“ Arme, für die wiederum Tätowiererin Catherine Alexander verantwortlich zeichnet. Die stört sich nun daran, dass ihre Kunstwerke nicht nur in Wrestling-Übertragungen im TV, sondern auch im Videospiel zu den bunten Show-Keilereien zu sehen sind, ohne dass sie dafür bezahlt wird.

Wrestling-Verband und Take-Two verklagt
Wie der „Hollywood Reporter“ berichtet, hat die Künstlerin nun den Wrestling-Verband WWE sowie den Macher des zugehörigen Videospiels, Take-Two Interactive, verklagt. Die Tätowiererin wirft ihnen Urheberrechtsverletzungen vor und konnte bereits einen Teilsieg vermelden: Die zuständige Richterin wies ihre Klage nicht sofort ab, wie von der WWE und Take-Two gefordert, sondern betrachtet den Streit durchaus als verhandlungswürdig.

Die Tätowiererin ringt schon länger mit der WWE: Laut eigenen Angaben hatte sie sich 2009 an die Organisation gewandt, weil diese damals einen Werbeartikel geplant hatte, bei dem es sich um einen transparenten Ärmel mit falschen Tattoos handelte. Für die Wrestling-Fans aus Sicht des Verbandes ein witziges Accessoire, das sie an ihre Idole erinnert. Für die Tätowiererin schon damals eine Verletzung ihres Urheberrechts, die vom Verband freilich nicht anerkannt wurde. „Es ist unser Wrestler“, soll seitens des Verbandes damals erklärt worden sein.

Take-Two hat Erfahrung mit Tätowierern
Nun geht der Streit zwischen Alexander und der WWE in eine neue Runde, in die auch Take-Two hineingezogen wird. Der Spiele-Publisher dürfte dem Prozess aber gelassen entgegensehen: Er war erst vor einigen Monaten schon einmal von einem Tätowierer verklagt worden, damals ging es um die Körperkunst des Basketball-Stars LeBron James im Basketball-Simulator „NBA 2K“. Das zuständige Gericht in Manhatten wies die Klage damals mit der Begründung ab, als Tätowierer müsse man damit rechnen, dass die eigenen Werke auf dem Körper eines Profi-Sportlers in TV-Übertragungen und anderen digitalen Kanälen zu sehen sein könnten.

So sieht das übrigens auch der Mann, um dessen Arme sich der ganze Prozess nun dreht. Randy Orton erklärte im Gespräch mit dem „Hollywood Reporter“, er sehe seine Tattoos vor allem als Ausdruck seiner Persönlichkeit und habe eigentlich nicht erwartet, dass es eine spezielle Lizenz dafür brauche, diese bei Kämpfen zu zeigen oder abzulichten.

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