Soziale Probleme

Leiharbeit: gut für Statistik, aber vieles im Argen

Steiermark
06.10.2010 09:54
Man muss die Jubelmeldungen über die gesunkene Arbeitslosigkeit im Land ein bisserl relativieren. Denn das statistische Minus bringt zu einem großen Teil die Leiharbeit. Und da liegt, wie eine brandneue Kammerstatistik zeigt, einiges im Argen.

Innerhalb eines Jahres - vom August 2009 bis zum August 2010 - ist die Zahl der in der Steiermark werkenden Leiharbeiter um knapp ein Drittel auf mehr als 13.000 gestiegen. Obwohl Arbeiterkämmerer und Gewerkschafter froh sind, dass es nach den Krisenturbulenzen wieder mehr Beschäftigung gibt, hebt man den Zeigefinger: Nicht alles ist Gold, was glänzt!

AK fordert Beschränkung der Leiharbeit
"Wir wollen Leiharbeit nicht verteufeln", schickt AK-Präsident Walter Rotschädl gleich voraus. "Aber sie wird vielfach nicht zur Abdeckung von Produktionsspitzen eingesetzt, sondern zur Dauereinrichtung mit bis zu einem Drittel des Gesamtpersonals." Das sei eindeutig zu viel, Firmenbosse würden sich durch dieses System ein nettes Körberlgeld verdienen. Daher verlangt man eine Beschränkung der Leiharbeit auf zehn Prozent der Belegschaft. Außerdem sollen Leiharbeiter, die länger als sechs Monate in einem Betrieb sind, automatisch in die Stammbelegschaft übernommen werden.

Was die Leasing-Firmen angeht, werden Kammer und Gewerkschafter weiterhin genau hinschauen. Schließlich gab es im Vorjahr 455 Beschwerdefälle, die beim Rechtsservice landeten, mehr als ein Drittel musste über das Gericht geklärt werden. Hauptgründe der Beanstandungen: Probleme bei der Bezahlung, fristwidrige Kündigungen, Druck zu einvernehmlichen Auflösungen, Kündigungen während eines Krankenstandes, angeordneter Urlaub, falsche Einstufung im Kollektivvertrag usw.

von Gerald Schwaiger und Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"

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