Seit einer erbitterten Luftschlacht am 3. August 1944 liegen beim Brendlkar bei Ehrwald im Außerfern die Wracks eines amerikanischen B 24-"Liberator"-Bombers und angeblich auch das einer deutschen Messerschmitt 109. Aber nicht mehr lange, befürchtet Harald Stadler vom Institut für Archäologie der Universität Innsbruck: "Ich habe Informationen erhalten, dass die Absturzstelle am Brendlkar von deutschen Sammlern systematisch leer geräumt wird. Vor kurzem wurden über eine einschlägige Internet-Plattform Sitze aus dem US-Bomber verkauft. Das ist nicht mehr hinzunehmen. Ich habe das Bundesdenkmalamt eingeschaltet, das jetzt aktiv werden wird. Ich verstehe, dass sich Bergsteiger für diese Überreste interessieren. Aber das Abtransportieren und Verkaufen ist eine andere Sache. Das muss sofort gestoppt werden!"
Für Stadler, einem Spezialisten für Neuzeit-Archäologie, sind auch die Weltkriegs-Relikte in unseren Bergen wichtige historische Dokumente, die wissenschaftlich erforscht werden müssen. So hat er sich etwa intensiv mit den Überresten einer deutschen Ju 52 auf dem Osttiroler Umbalkees beschäftigt.
Land will Bergung der Wracks bisher nicht zahlen
Diese 1941 auf dem Gletscher notgelandete "Tante Ju" ist vor einigen Jahren in Zusammenarbeit mit der Zirler Firma Sandy Air geborgen worden. "In den Tiroler Bergen liegen etwa 50 zugängliche Flugzeugwracks", weiß Sandy-Air-Chef Wolfgang Falch. "Abgesehen von der historischen Bedeutung sind sie auch eine Gefahrenquelle. Wir haben dem Land schon vor Jahren angeboten, die Überreste zum Selbstkostenpreis zu bergen. Doch es bestand kein Interesse dafür."
Die Flugzeugtrümmer am Brendlkar sind bisher nur oberflächlich untersucht worden. Im Jahr 2000 wurde auf Initiative des Tiroler Privatforschers Keith Bullock an der Absturzstelle des US-Bombers zur Erinnerung an die ums Leben gekommenen Besatzungsmitglieder eine Gedenktafel errichtet.
von Stefan Dietrich, Tiroler Krone










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