24.09.2020 17:15 |

Mozarteum

Neun Millionen für „Missing Link‘‘

Die neue Mitte – was politisch immer wieder vage Anläufe nimmt, wird zumindest kultur-architektonisch Realität: 9,3 Millionen sind als Basiskosten veranschlagt, damit sich ein mehr als hundertjähriges Provisorium zwischen zwei Mozarteums-Trakten baulich ganz neu, transparent und barrierefrei definiert.

Das Gedränge in den Gängen und die Tokio-U-Bahn-Atmosphäre im Buffet wären in Covid-Zeiten ohnehin unzulässig – nun gab die Stiftung Mozarteum das Startsignal fürs „Missing Link‘‘, den Neubau zwischen Großem Saal und Zentralgebäude. „1914 wurde der Komplex nach Grundsteinlegung von Lilli Lehmann und Erzherzog Eugen eröffnet‘‘, erklärte Historiker&Kuratoriumschef Erich Marx. Bis zuletzt hat sich bewahrheitet, dass Provisorien hierzulande besonders lange halten. Fertig wird, was man schon oft diskutierte, aber erst 2016 in konkrete Planungsphasen kam, dann im Sommer 2022. „Ein besonderer Moment in ereignisreichen und auch ereignisarmen Zeiten‘‘, meinte Stiftungspräsident Johannes Honsig-Erlenburg bei der gestrigen Präsentation eines Projektes, das nach vielen Debatten alle Hürden nahm. „Der erste Baukran ist schon vor gefahren‘‘, vermeldete Finanzchef Tobias Debuch. Was in der 2015 aufgelegten Buch-Doku „Das erste Haus für Mozart‘‘ noch als gläserne Phantasien des Präsidenten firmiert, nimmt nun konkrete Gestalt an. „Inklusive einem zeitgemäßen Energiekonzept, das viele Glas ist schon eine Herausforderung‘, vermittelt Debuch Einblick in die Problematik.

Von den 9,3 Millionen Euro Gesamtkosten übernimmt die öffentliche Hand ein Drittel, sechs Millionen kommen aus dem Bestand der Stiftung und von großzügigen Gönnern. „Derartige Mittel hoffen wir noch um eine Million mit unserer ’Mein Stein für Mozart’-Aktion aufzustocken, das lehnt sich an die Grundsteinlegung an. Da erhielten Ehrengäste Kopien des Grundsteins.‘‘ Wer sich so ein Marmorsouvenir im 21. Jahrhundert zulegen möchte, muss 1000 Euro hinblättern. Wenn gewünscht, mit Namensgravur auf einer Spendertafel.

"Am Ende soll etwas in Europas Musikwelt Einzigartiges entstanden sein, wir sind ja das ursprüngliche Haus für Mozart‘‘, gibt der Stiftungs-Vorsitzende kein kleinliches Motto aus. Mehr Raum für Mozart ist die mehrfach postulierte Formel, wenngleich es am Weg dorthin auch baulich bedingte Pausen gibt. Vor allem für die Mozartwochen 21 & 22.

Roland Ruess
Roland Ruess
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