Wochenend-Analyse

Sturm kann auch Reiche schlagen ++ KSV zollte Lehrgeld

Steiermark
04.10.2010 16:45
Das "Gespenst" ist weg - und Sturm kann nach der 3:2-Revanche gegen die Austria in Favoriten durchatmen. "Ich freue mich sehr, dass endlich diese Diskussion beendet ist, warum wir gegen die Top-Teams nicht gewinnen können", meinte Offensivkraft Imre Szabics im "Steirerkrone"-Gespräch übers Fußball-Wochenende. Wobei er grinsend anfügte: "Dieser Vorwurf war ohnehin falsch - wir haben gegen alle Top-Teams heuer gepunktet..."

Richtig: Gegen Tirol, Ried und Wiener Neustadt gab es sieben Zähler - diese drei Teams liegen in der Tabelle vor Austria, Rapid und Salzburg. Gegen die großen Drei der "Geldrangliste", die in den letzten drei Jahren immer vor Sturm lagen, gelangen allerdings in den letzten zehn Partien nur zwei Remis.

Deshalb war auch Franco Foda happy: "Dass wir endlich wieder einen Großen besiegt haben, stärkt das Selbstvertrauen - Lob an die Mannschaft für diese gute Reaktion aufs 0:2 der Vorwoche. Auch nach dem Rückstand hat sie immer nach vorne gespielt."

Dass die Schwarz-Weißen nun in zwei Wochen gegen Ried um die Tabellenführung kämpfen dürfen, ist der tollen Auswärtsbilanz zu verdanken: In vier Partien gab es drei Siege und ein Remis - dabei wurden (bei nur vier Gegentreffern) zwölf der gesamt 20 Tore erzielt.

Tut sich Sturm in der Fremde leichter? "Wir haben auch daheim gut gespielt", winkte Foda ab, "aber da hatten wir mehrere Gegner auf Augenhöhe. Ist auch völlig egal, wo wir punkten, Hauptsache wir punkten."

Roman Kienast liegt nach seinem matchentscheidenden Tor nun übrigens mit sieben Treffern an der Spitze der Schützenliste, die Lorbeeren aber gab er weiter: "Imre (Szabics) hat uns mit seinem Wundertor zum 2:2 zurück ins Spiel gebracht - Gott sei Dank!"

KSV: "Eines unserer schlechtesten Spiele"
"Es war kein gutes Spiel von uns, sondern eher eines der schlechtesten in der Saison", meinte Kapfenberg-Coach Werner Gregoritsch. Aber das kratzte letztlich niemanden - die Nullnummer gegen Rapid schmeckte den "Falken" nach der Niederlagenserie quasi wie ein Sieg.

Der Falken-Schal, den sich Gregoritsch in der ersten Halbzeit noch um den Hals gewickelt hatte, blieb zur Pause in der Kabine. "Mir ist einfach zu heiß geworden", meinte er nach dem 0:0. Und prompt krächzte der Trainer am Montag mit rauer Stimme: "Ich hab mich verkühlt." Dabei musste der "Trainer-Vulkan" gegen Rapid nur selten ausbrechen und seine Stimmbänder malträtieren, seine Truppe zeigte nach dem Negativlauf Steherqualitäten. "Die Erleichterung nach dem Remis ist groß, man hat gemerkt, dass der Mannschaft die letzten Niederlagen im Kopf herumgespukt sind."

Dabei wäre sogar ein Sieg möglich gewesen, aber seine Jungen waren für den Dreier gegen die "Grünen" noch zu grün hinter den Ohren, zahlten stattdessen Lehrgeld. Die 20-jährigen Youngsters Deni Alar, Dieter Elsneg und Christoph Kröpfl hätten Rapid ins Tal der Tränen schicken können, verjuxten aber die besten Chancen. 
Gregoritsch: "Wir haben eben ein junges Team, das Durchschnittsalter unserer Startelf gegen Rapid war 21,8 Jahre. Elsneg spielt gut, kommt zu vielen Chancen, aber die Kaltschnäuzigkeit fehlt noch.

Bei Alar ist jetzt das Problem, dass er ständig von Managern umschwirrt wird. Das ist nicht gut für den Buam, ich weiß, dass er bei Rapid und Austria auf der Wunschliste steht. Er war früher unbekümmert, jetzt hat er einen Hänger. Aber ich hoffe, er bleibt im Kopf so vernünftig wie bisher."

Nach der Länderspielpause kommt's knüppeldick: "Auswärts Salzburg, dann das Derby gegen Sturm. Die Aufgaben haben es in sich", schaut Gregoritsch nach vorn und nicht ans Tabellenende. "Was LASK und Mattersburg machen, interessiert uns nicht. Wir haben einen guten Start und dann einen Einbruch gehabt - wir wissen, dass die Meisterschaft ein beinharter Kampf für uns ist. Aber wir haben ein Team mit großem Entwicklungspotenzial und Zusammenhalt."

von Volker Silli, Burghard Enzinger ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Steiermark
04.10.2010 16:45
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Steiermark
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt