Arznei-Revolution

Grazer Düsentriebs tüfteln an Pille auf essbarem Papier

Steiermark
04.10.2010 09:24
Es ist ein spektakulärer Plan, den Grazer Wissenschafter in naher Zukunft verwirklichen wollen: Im Grazer Kompetenzzentrum für Pharmaforschung tüftelt man an einer "Papierpille". Mehrere Wirkstoffe werden - je nach Patient genau dosiert - auf essbares Papier gedruckt und zu einer Kapsel verarbeitet.

Tatsächlich wäre es eine Weltsensation, wenn steirischen Tüftlern dieser Durchbruch auf dem Medizin-Sektor gelingen würde - und die Wissenschafter am Grazer Pharma-Kompetenzzentrum, allen voran Professor Johannes Khinast, sind auf dem besten Weg dazu!

Innovationspreis eingeheimst
"Pills on paper", Tabletten auf Papier, nennt sich das neue Mega-Projekt, das zuletzt mit dem steirischen Innovationspreis "Fast Forward Award" prämiert wurde. Und funktionieren soll das Ganze wie folgt: Patienten soll die Einnahme von Medikamenten künftig leichter gemacht, die Dosierung auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt werden.

Apotheker als Drucker
Letztlich geht das dann so: Man geht mit dem Rezept des Arztes zum Apotheker seines Vertrauens, der Esspapier verwendet. Auf den Papierstreifen werden dann mit einer speziellen Maschine Wirkstoffe gedruckt, die später sogar zeitverzögert abgegeben werden können. Anschließend wird das essbare Papier zu einer Kapsel verarbeitet, die eingenommen wird.

Seit fünf Jahren beschäftigen sich steirische Düsentriebs (auch an der Karl-Franzens- und der Technischen Uni) nun bereits mit der Entwicklung, in weiteren fünf Jahren könnten die "Pills on paper" erstmals zum Einsatz kommen. Ein Millionen-Euro-Erfolg ist vorprogrammiert...

von Gerhard Felbinger und Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"
Symbolbild

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