Heikle Ermittlungen

Fünf Angestellte des Schwanberger Heims beurlaubt

Steiermark
28.09.2010 11:17
Von den sechs Verdächtigen im Falle der schweren Missbrauchsvorwürfe im weststeirischen Pflegeheim Schwanberg sind fünf bisher noch beschäftigte Angestellte von der steirischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) beurlaubt worden. Der sechste unter Verdacht stehende Mitarbeiter sei bereits in Pension, erklärte Chefermittler Anton Kiesl am Dienstag.

Laut Spitalsgesellschaft wurde inzwischen eine Pflegedienstleitung installiert, die nun der Belegschaft die Angst davor nehmen soll, Vorfälle der vergangenen Jahre zu melden. KAGes-Sprecher Reinhard Marczik erklärte, dass seit Donnerstag auch eine Hotline eingerichtet sei, bei der anonym Hinweise mitgeteilt werden können.

Ähnliches habe es aber bereits seit dem Frühjahr gegeben: Damals sei ein anonymes Schreiben bei der Spitalsgesellschaft eingegangen, das in einem Nebensatz auch Misshandlungen an Patienten erwähnte. Daraufhin habe ein KAGes-Mitarbeiter an Ort und Stelle versucht, die Angelegenheit genauer zu erheben - ohne Erfolg, denn keiner der Bediensteten habe sich offenbar getraut, etwas zu sagen. Darum sei eine Telefonnummer für anonyme Anrufer hinterlassen worden. Doch auch unter diesem Anschluss habe sich nie einer der Schwanberger Angestellten mit Hinweisen gemeldet, so Marczik.

KAGes: Kontrollen nicht ausreichend?
Seit Aufkommen der Vorwürfe, habe man sich auch innerhalb der KAGes gefragt, wie es möglich sein konnte, dass die mutmaßlichen Misshandlungen und Vergewaltigungen "jahrelang unter der Decke gehalten werden" konnten. Die eingerichtete externe Kommission soll die Situation analysieren. KAGes-Vorstand Werner Leodolter stellte infrage, ob die Kontrollen in der Sonderanstalt Schwanberg ausreichend waren. Mit dem Wissen, dass das Betriebsklima offenbar von "tiefen persönlichen Zerwürfnissen" geprägt war, würde man "aus heutiger Sicht einiges anders machen", so Leodolter.

Die Ermittlungen und Befragungen des Landeskriminalamts Steiermark werden indessen fortgesetzt. Kiesl hoffte, in der laufenden Woche mit den Zeugeneinvernahmen fertig zu werden. Die Unterlagensichtung würde jedoch noch viel mehr Zeit in Anspruch nehmen. In den kommenden Wochen wolle man sich dann den Einvernahmen der Beschuldigten widmen.

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