08.09.2020 07:00 |

16 Infizierte

Info über den Cluster kam erst aus Bayern

Die Zahl der Corona-Fälle im Cluster D nach einem Jungscharlager im Pongau stieg am Montag auf 16 an. Die Erzdiözese beteuert, sich an ein strenges Sicherheitskonzept gehalten zu haben. Auch die Gesundheitsbehörde in St. Johann spricht von einem guten Ablauf. Tatsächlich lief der Informationsfluss aber recht zäh.

Am Dienstag klagte der Jugendliche aus Bayern während des Jungscharlagers in Großarl erstmals über Corona-Symptome. Daraufhin verständigten die Veranstalter der Erzdiözese Salzburg seine Eltern und schickten den Buben am Abend nachhause. Erst Mittwochfrüh wurde die Gesundheitsbehörde St. Johann über den Verdacht informiert. Am Donnerstag lag schließlich das positive Testergebnis des Bayern vor, das Camp wurde abgebrochen. Laut Gesundheitsamt der Bezirkshauptmannschaft habe die Abreise samt Kontaktpersonen-Aufnahme gut funktioniert.

Das Bundesministerium für Jugend empfiehlt allerdings in seinem Leitfaden für Feriencamps im Verdachtsfall: „Die Person ist sofort in einem eigenen Raum unterzubringen. Zur Risikominimierung darf bis zum Eintreffen des Gesundheitspersonals niemand das Camp verlassen.“ Zudem solle die Gesundheitsnummer kontaktiert werden.

Stadt Salzburg wurde am Freitag informiert
Mangelhaft dürfte auch die Kommunikation zwischen den Gesundheitsbehörden im Land funktioniert haben. Denn obwohl das Gesundheitsamt in St. Johann bereits Donnerstag über das positive Testergebnis Bescheid gewusst haben dürfte, wurde die Bezirksverwaltung der Stadt Salzburg erst am Freitag informiert – von den Kollegen aus Bayern. „Wir haben aus Bayern eine Liste mit 16 Kontaktpersonen erhalten. Am Samstagabend lagen sieben positive Testergebnisse in der Stadt Salzburg vor“, heißt es von Seiten der Stadt. Erst im Zuge der Nachverfolgung stieß die Stadt Salzburg auf das Feriencamp als Ursprung des neuen Clusters.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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