08.09.2020 11:00 |

Notruf abgesetzt

Hüttenwirtin wachte über betrunkenen Wanderer

Mit der Belohnung nach seinem Aufstieg auf den Olperer in den Zillertaler Alpen hatte es ein Deutscher, wie berichtet, offenbar zu gut gemeint. Alkoholisiert randalierte der Mann, bevor er sich auf einem Wanderweg schlafen legte. Hüttenwirtin Katharina wachte mit ihrem Husky über den Betrunkenen (25), die Polizei brachte ihn per Heli ins Tal.

„Nein, so etwas haben wir in den vergangenen 15 Jahren noch nie erlebt“, sagt Katharina, Wirtin der bekannten Olpererhütte in den Zillertaler Alpen. Eine Stunde lang wachte sie gemeinsam mit ihrem Husky über einen betrunkenen Mann, der sich auf einem Wanderweg schlafen gelegt hatte. „Man weiß ja nicht, ob er plötzlich wach wird, ihm schwindelig wird – und er irgendwo hinunterfällt“, sagt die Gastronomin, „vor allem, weil es dunkel wurde.“

Aber was war passiert? Der Mann war am Samstag laut Polizei alleine auf den Olperer aufgestiegen, danach in der Hütte eingekehrt. „Die Terrasse war voll“, erklärt Katharina. Der Mann habe bei unterschiedlichen Kellnern bestellt und bezahlt. So weit, so gut.

„Die anderen Gäste zogen sich zurück“
Doch plötzlich sei der Wanderer aggressiv geworden, habe angefangen, herumzuschreien, andere Gäste und das Servicepersonal seien bereits zurückgewichen. „Er ist dann von der Hütte weggegangen und hat mit seinen Trekkingstöcken so lange auf einen Felsen eingeschlagen, bis diese kaputt waren“, schildert die Wirtin. Dann habe er sich schlafen gelegt, mitten auf dem Wanderweg, wohlgemerkt. Die Gastronomin sorgte sich und schaute nach dem Betrunkenen.

Weil sich der Tag bereits dem Ende näherte und sich das Wetter verschlechterte, setzte sie einen Notruf ab. „Wir wussten ja nicht, wie viel er zuvor getrunken hatte oder ob er Vorerkrankungen hat“, sagt die Hüttenchefin.

„Er drohte Gewalt an - und begann zu weinen“
Die Bergrettung Ginzling rückte aus - zum dritten Mal an diesem Samstag. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte habe sich der Deutsche aber nicht besonders kooperativ gezeigt: „Von Gewaltandrohungen bis Tränen war alles dabei“, schildert Ortsstellenleiter Ulrich Huber. „Er hatte 1,8 Promille“, erklärt der Retter das Verhalten des Mannes.

Schließlich habe er aber zugestimmt, in den Helikopter einzusteigen. Er wurde ins Tal geflogen und dort einer Streife übergeben. Auf ihn wartet nun eine Anzeige wegen Ordnungsstörung, heißt es von der Polizei. Verärgert über den Vorfall sind aber weder Bergretter noch Wirtin, man sei froh, dass er gesund wieder im Tal ist.

Polizei prüft, ob Einsatz bezahlt werden muss
Die Polizei appelliert einmal mehr, sich am Berg vernünftig zu verhalten und niemanden in Gefahr zu bringen. „Zudem wird nun intern geprüft, ob dem Mann der Helikopter-Einsatz in Rechnung gestellt wird“, erklärt Polizeisprecher Stefan Eder.

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter
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