06.09.2020 17:30 |

Anrainer warnen:

„Gefahr von Sozial-Ghetto in Innsbruck droht“

Die Ecke Bienerstraße/Kapuzinergasse ist nach diversen Verdichtungsprojekten der vergangenen Jahre eine der am stärksten verbauten Gegenden Innsbrucks. Auch einige Sozialeinrichtungen sind hier angesiedelt, was zu Problemen führte. Jetzt soll weiter verdichtet werden - mit einem Projekt, das Anrainer mit Sorge erfüllt.

Ein „Sozialprojekt“ der Androschin-Stiftung bestehend aus einem Gebäudeblock mit 42 Wohnungen zu je 30 Quadratmetern (ohne Balkone) lässt bei den Anrainern in der Kapuzinergasse sämtliche Alarmglocken schrillen. Denn es ist noch nicht lange her, dass sie vehement gegen untragbare Zustände, bedingt durch eine Obdachloseneinrichtung, kämpfen mussten.

Sozialer Friede gefährdet
Auch dank der „Krone“-Berichterstattung habe sich die Situation in der Zwischenzeit gebessert, sagen die Anrainer, jedoch sehen sie den sozialen Frieden durch die jüngsten Aufstockungspläne in diesem Bereich erneut in Gefahr.

Neue Wohnungen für Obdachlose vorgesehen
Bei dem gegenständlichen Projekt unterstreicht die Stadt die sozialen Aspekte, offenbar um den Kritikern von Anfang an den Wind aus den Segeln zu nehmen. Zu Beginn hieß es, die Wohnungen kommen alleinerziehenden Müttern mit Kindern zugute. Jetzt sollen sie Obdachlosen zur Verfügung gestellt werden. Die Anrainer sehen hier „bewusste Sozial-Ghetto-Bildung“, die allen Sozialstudien widerspreche.

Offene Fragen
Sie führen als Beispiel das jüngst eröffnete „Ursulinen-Generationen-Haus“ im Westen an: „Hier rühmte sich die Stadt und Bürgermeister Georg Willi mit notwendiger sozialer Durchmischung von Jung und Alt. Warum passiert in Dreiheiligen genau das Gegenteil?“

Wer hat Vergaberecht
Diese Frage kann derzeit in der Stadt niemand beantworten. Genauso wenig, wer eigentlich das Vergaberecht für diese Wohnungen hat – so sie denn gebaut werden. Die Androschin-Stiftung? Der Leiter des Obdachlosenheims, wie kolportiert wird, oder doch die Stadt? Unklar ist auch, warum dieses Projekt keine Parkflächen braucht, aber einen Kinderspielplatz auf dem Dach.

Hoffnung ruht auf ÖVP
Fakt ist: Der Bebauungsplan wurde im Gemeinderat beschlossen – nach kurzer Diskussion, bei der aus Sicht der Anrainer alle Fragen offen blieben. Im Oktober muss das Projekt erneut in den Gemeinderat. Die Anrainer hoffen, dass die Stadt-ÖVP ihre Pro-Haltung überdenkt.

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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