Sturm legte gegen den Angstgegner mit viel Power los, hatte schon nach sechs Minuten den ersten fetten Sitzer auf die Führung: Nach einer blitzschnellen Kombination über Szabics und Hölzl rettete aber Dragovic vor Kienast in den Corner.
Der Austria blieb in der ersten Viertelstunde kaum Zeit zum Verschnaufen, Sturm gab mächtig Gas, innerhalb von nur zwei Minuten brannte es im Austria-Strafraum zweimal lichterloh: Zuerst entschärfte Margreitter einen Kienast-Lupfer in den Fünfer (11.), keine Minute drauf klatschte ein Volley-Kracher von Schildenfeld an die Latte (12.).
Aber nach dem starken Beginn hatte Sturm die Munition verschossen, die Austria ließ Ball und Gegner immer besser laufen, kontrollierte den Hit. Und schlug eiskalt zu. Denn nach dem erst zweiten violetten Torschuss stand's 0:1 (30.): Konter über Stankovic, der Ball landete bei Junuzovic, dessen Schuss von der Strafraumgrenze Weber unhaltbar abfälschte.
Seit 2006 sieglos
Der Meister der Effizienz hatte wieder zugeschlagen - und Sturm zerschellte wie schon so oft am Angstgegner, den man daheim 2006 letztmals in die Knie zwang. Nachdem Hölzl am langen Eck (35.) vorbei genagelt und Margreitter vor Szabics am Fünfer gerettet hatte, machte Junuzovic den Sack endgültig zu: Das Geburtstagskind sorgte mit einem Weitschuss fürs 0:2 (63.). Bei dem blieb's, weil Keeper Almer eine Hölzl-Chance mit einer Glanztat zunichte machte.
Das sagten sie nach dem Spiel
Franco Foda (Sturm-Trainer): "Bis zum 0:1 hatten wir die besseren Chancen. Wir haben am Anfang viel Druck ausgeübt, die Austria ist aus dem Nichts zur Führung gekommen. Insgesamt haben wir sehr schlecht gegen den Ball gearbeitet, wir haben schlecht attackiert. Auch der letzte Pass ist oft nicht angekommen, deswegen haben wir verloren. Je länger das Spiel gedauert hat, umso mehr haben wir nur Begleitservice gemacht. In Spitzenspielen entscheiden immer Kleinigkeiten. Wir hatten zu viele Spieler in der Mannschaft, die ihre Leistung nicht zu 100 Prozent abgerufen haben."
Mario Haas (Sturm-Angreifer/400. Liga-Einsatz): "Wir haben gut begonnen, aber die Austria wurde immer stärker. Wir hatten zu viel Respekt und sind nicht als Mannschaft aufgetreten."
Karl Daxbacher (Austria-Trainer): "Wir haben über weite Strecken sehr gut gespielt, verdient gewonnen. Nach 15, 20 Minuten sind wir gut ins Spiel gekommen und haben gut kombiniert. Almer hat die Chance genützt, macht derzeit keine Fehler. Im Moment läuft es so wie in der letzten Saison. Wir bekommen keine Gegentreffer, machen ein oder zwei Tore - so gewinnt man halt."
Zlatko Junuzovic (Austria-Doppeltorschütze): "Es wird immer wieder von Krise geredet, von Torflaute, aber wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren, wir kommen auch immer wieder zu Chancen, die müssen wir verwerten. Mit dieser Truppe macht es Spaß zu spielen, das soll auch in Zukunft so sein. Wir haben nur in den ersten zehn Minuten Probleme gehabt, dann sind wir gut gestanden, und in der zweiten Hälfte waren wir überlegen. Wer die Tore macht, ist egal, Hauptsache wir gewinnen. Eine Runde werde ich sowieso zahlen, weil ich Geburtstag habe."
Robert Almer (Austria-Tormann): "Wir sind aus dem Tief herausgekommen. Ich bin froh, dass ich wieder zu Null gespielt habe, aber da gehört die ganze Mannschaft dazu. Wie man auf solche Ideen kommt, einen Baseball-Schläger reinzuwerfen, weiß ich nicht. Wenn sie mich treffen, haben sie ein großes Problem."
SK Sturm Graz - FK Austria Wien, 0:2 (0:1)
Fußball-tipp3-Bundesliga, 9. Runde, UPC-Arena Graz, 12.300, SR Brugger.
Torfolge: 0:1 (30.) Junuzovic, 0:2 (63.) Junuzovic.
Sturm: Gratzei - Standfest (85. Hassler), Schildenfeld, T. Burgstaller, Perthel - Hölzl, Kienzl (65. Mevoungou), Weber, Bukva(63. Haas) - Szabics, Kienast.
Austria: Almer - Klein, Margreitter, Dragovic, Leovac - Stankovic, Hlinka, Baumgartlinger, Junuzovic - Jun (90. Troyansky), Linz (87. Schumacher).
Gelbe Karten: Mevoungou bzw. Margreitter.
von Burghard Enzinger ("Steirerkrone") und steirerkrone.at
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