22.06.2020 08:00 |

Kaisergebirge

Deutsche Bergsteiger ignorierten Nebel und Regen

Am verregneten Samstag geriet ein deutsches Urlauber-Paar im Kaisergebirge in alpine Notlage. Die beiden blieben auf etwa 1900 Metern im Nebel stecken. Sie wurden mit dem Hubschrauber Christophorus 4 geborgen.

Trotz Regenwetter und eisigen Temperaturen beschloss am Samstagmorgen gegen 9 Uhr ein deutsches Pärchen, im Zuge ihres Tirol-Urlaubs den „Treffauer“ im Kaisergebirge zu besteigen. Der 61-Jährige und die 59-Jährige hatten den Aufstieg auf etwa 2300 Meter aber komplett unterschätzt.

Rutschiger Weg und Nebel auf 1900 Metern
Denn gegen 13 Uhr geriet das Paar in ungefähr 1900 Metern Höhe in dichten Nebel. Die Sicht wurde immer mehr eingeschränkt, zudem war der Weg vom Regen nass und rutschig. „Grundsätzlich wären sie ja für den Aufstieg ausgerüstet gewesen, aber bei so schlechtem Wetter sollte man das trotzdem nicht machen“, rügt Hannes Höflinger, Einsatzleiter der Bergrettung Scheffau/Sölllandl, das leichtsinnige Pärchen, welches gegen 13.20 Uhr einen Notruf absetzen musste.

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Das deutsche Pärchen war für den Aufstieg zum „Treffauer“ eigentlich schon gut ausgerüstet. Aber bei so schlechtem Wetter sollte man einfach keine Bergtour machen.

Einsatzleiter Hannes Höflinger

Suche mit Hubschrauber von oben fortgesetzt
Die beiden kamen weder vor noch zurück – per Handy versuchte die Bergrettung, den genauen Aufenthaltsort der beiden herauszufinden. Doch auch den fünf Bergrettern, die im Einsatz waren, kam der Nebel in die Quere: Eine Lokalisierung der beiden Alpinisten gestaltete sich äußerst schwierig. „Wir mussten dann das Flugrettungsteam von Christophorus 4 hinzuziehen“, schildert Höflinger. Beim Suchflug taten sich glücklicherweise immer wieder Nebelfenster auf – in einem wurden die Deutschen dann entdeckt.

Unterkühlt barg man die mit dem Hubschrauber und flog sie zur Kaiserniederalm. Dass ihre Bergtour eine äußerst dumme Aktion war, wurde den beiden verständlich gemacht. Der Einsatz dauerte etwa dreieinhalb Stunden, bis 16.30 Uhr. Die Kosten schätzt Höflinger auf rund 4000 Euro insgesamt – immerhin beläuft sich die Bergretter-Stunde auf 38 Euro, zudem war der C4 im Einsatz.

Mirjana Mihajlovic
Mirjana Mihajlovic
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