02.06.2020 05:00 |

Operation geplant?

Was man selber gegen Wundinfektion tun kann

Nach dem Hochfahren der Spitäler werden nun sämtliche Eingriffe nachgeholt, die seit dem Corona-Ausbruch auf der Warteliste stehen. In den Sommermonaten nimmt aber leider auch das Risiko für Wundinfektionen zu.

Operation gelungen - Wunde infiziert? Was wie ein Albtraum klingt, lässt sich im Spitalsalltag leider nicht gänzlich verhindern, bestätigt der Wiener Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie Dr. Johannes Matiasek: „Während eines operativen Eingriffes können, trotz hoch steriler Bedingungen, Krankheitserreger in die Wunde eintreten, sich vermehren und zu einer Infektion führen.“ Der häufigste Grund liegt in der eigenen, natürlichen Hautflora. Auf jedem Quadratzentimeter sind bis zu zehn Millionen Bakterien angesiedelt. Diese gehören zu einer gesunden Hautoberfläche und nehmen wichtige Schutzfunktionen wahr.

Keime aus der Haut gelangen in den Körper
Bei einer Operation wird die Schutzbarriere aber durchbrochen. Dadurch können die Keime in das Innere des Körpers gelangen. „Sogenannte endogene Infektionen (Anm.: im Gegensatz zu exogenen, jene, die von außen kommen) lassen sich grundsätzlich nicht komplett vermeiden. Das Risiko kann durch geeignete Maßnahmen aber deutlich reduziert werden“, so Genetiker Dr. Christoph Klaus aus Wien. Bis zu 50% der gesamten Fälle - bei rund 1,28 Millionen Eingriffen pro Jahr (Stand 2018) kommt es zu  rund 17.000 Wundinfektionen - ließen sich laut ÖGKH (Österreichische Gesellschaft für Krankenhaushygiene) verhindern. Und zwar durch optimale Hygienemaßnahmen, auch durch die Patienten selber.

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Trotz steriler Bedingungen können manchmal Krankheitserreger in den Körper eindringen.

Dr. Johannes Matiasek, Plastischer Chirurg (Wien)

Das ist in der wärmeren Jahreszeit besonders wichtig, nehmen doch im Sommer solche Komplikationen erfahrungsgemäß zu. Zumal sich in naher Zukunft das Op-Aufkommen steigen wird, da Corona-bedingt verschobene Termine nun nachgeholt werden müssen. Präventive Schritte der Hautdesinfektion vor einer OP schon zu Hause verringern nachweislich das Infektionsrisiko. So setzt man auch international auf ein solches Vorgehen, um diese Bakterien (v.a. Staphylokokkus) zu reduzieren. Mögliche „Problemkeime“ sollen vor der OP effizient beseitigt werden. „Eine wesentliche Maßnahme mit hoher wissenschaftlicher Evidenz ist die Patientendekontamination. Das bedeutet eine Kombination von antiseptischer Ganzkörperwaschung und Nasenbehandlung, die vor der Operation durchgeführt wird“, ergänzt Dr. Klaus. Dafür gibt es spezielle Reinigungsprodukte in Apotheken, die man zu Hause ein paar Tage vor dem Eingriff zu Hause abwendet.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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