10.05.2020 10:00 |

Budget-Gesundung

Krise für Haas „riesen Chance für den Fußball“

Zum Aufakt der Corona-Derby-Challenge zwischen Grödig und Anif bat die „Krone“ Christian Haas, Manager des Ex-Bundesligisten, um eine Lage-Einschätzung . Er sagt: „Die Krise ist eine riesen Chance für den Fußball.“ Und zwar für eine Budget-Gesundung. Anif-Obmann Schnöll indes macht die Unsicherheit große Sorgen: „So wenig Planungssicherheit wie jetzt hatten wir noch nie.“

Wer hätte sich Anfang März gedacht, dass aus dem Fußball-Lokalderby Anif gegen Grödig in der Regionalliga ein virtuelles Online-Derby wird? Corona hat viel verändert. Freitag hätte dieses Match am Rasen stattfinden sollen. Stattdessen matchten sich zum Start einer einwöchigen Challenge mit Spielern, Nachwuchsteams und Trainern die Bosse Christian Haas (Grödig) und Norbert Schnöll (Anif) an der Tischtennis-Platte. Sieger: Schnöll mit 2:0-Sätzen! Übertragen werden die Duelle auf Social-Media-Kanälen, online kann man um zwei Euro Tickets kaufen. „5000 Euro haben wir schon beisammen“, sagt Haas.

Grödig reduziert Budget um 30 bis 50 Prozent
Der einst den Dorfklub in die Bundesliga geführt hatte, aktuell aber gar froh ist, dort nicht zu sein. „Das wäre wohl eine riesige Herausforderung für uns.“ Aber auch als Regionalligist geht’s ums Überleben. Allein ihm fallen derzeit Einnahmen aus der alljährlichen Sponsorverlosung (80.000 bis 100.000 Euro) aus. „Willst du jetzt zu einem Sponsor gehen? Sicher nicht, die haben andere Sorgen“, spricht der Unternehmer aus Erfahrung. Er sieht die Krise aber als „riesen Chance“. Inwiefern? „Dass wir im Amateurfußball endlich radikal von unseren Budgets runterkommen.“ Grödig macht das auf alle Fälle, wird um 30 bis 50 Prozent reduzieren. „Und voll auf den Nachwuchs setzen.“
Für ihn klar: Eine Bereinigung wird es nicht nur im Amateurfußball, sondern auch im Profifußball geben. „Aber die Profis sollen jetzt einmal wieder spielen. Das ist deren Beruf. Zuerst geht es um die Gesundheit, dann um die Wirtschaft.“ Danach könne man an die Amateurligen denken.

Hunderte Zuschauer-Eintritte fallen weg
Geteiltes Leid ist halbes Leid - für Anif Obmann Norbert Schnöll war es ebenfalls wichtig, in Zeiten wie diesen ein gemeinsames Zeichen mit dem Erzrivalen Grödig zu setzen. Schließlich sind beide von der Corona-Krise hart getroffen. Wie alle Sportvereine. Aber wie schwierig ist die Situation wirklich? „Sehr, sehr herausfordernd“, betont Schnöll. Für ihn das größte Problem: „So wenig Planungssicherheit wie jetzt haben wir noch nie gehabt.“ An Einnahmen fallen, wie etwa im Derby gegen Grödig, hunderte Zuschauer-Eintritte weg. „Aber auch gegen Austria Salzburg oder Seekirchen hätten wir viele Fans gehabt.“
Dazu fehlen Einnahmen aus dem SFV-Landescup. „Da hätten wir uns wieder einiges ausgerechnet.“ Für den Sieg im Vorjahr gab es 3500 Euro. „Zudem fallen uns Einnahmen aus zwei internationalen Testspielen und aus dem Nachwuchs-Pfingstturnier weg, das wir absagen mussten.“ Ebenfalls unsicher: die Sponsoren. „Bei den Bandenwerbungen haben wir schon zwei Absagen.“ Wohl nicht die letzten. Und welche Förderungen wurden bislang beantragt? „Beim Sport-Soforthilfefonds des Landes haben wir ebenso einen Antrag gestellt wie über den SFV auch für einen Bundeszuschuss“, hofft Schnöll auf zumindest ein paar tausend Euro Hilfe.

Kosten für Trainer bleiben
Denn etwa die Kosten für Trainer fallen weiter an. „Die haben jetzt sogar mehr zu tun als vorher, haben alles fürs Heimtraining aufbereitet.“ Trotzdem wäre er froh, wenn im Mai zumindest das Kleingruppentraining am Platz starten könnte. Auch wenn völlig unklar ist, wann ein Meisterschaftsbetrieb wieder möglich ist. „Sollte im Herbst auch nix gehen, dann wird’s wirklich schwer, alles aufrechtzuerhalten.“

Herbert Struber
Herbert Struber
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