Immer wieder hört und liest man im Zusammenhang mit Sportvereinen das Schlagwort Multikulti. Bei Maccabi Wien ist Vielfalt aber mehr als nur eine Floskel. Mit Spielern aus 18 Nationen startet der Klub in die neue Saison der 2. Fußball-Landesliga. Und fand im zweiten Bezirk endlich eine Heimat.
Ägypten, Nigeria, Spanien, Polen, China, Nepal. Was sich wie der Reiseplan eines echten Kosmopoliten liest, ist nur ein kleiner Auszug aus den Herkunftsländern der Spieler, mit denen Maccabi Wien in die Saison der 2. Fußball-Landesliga gestartet ist. „Insgesamt kommen unsere 24 Kaderspieler aus 18 Nationen“, erzählt Obmann Michael Margules nicht ohne Stolz.
Die Mannschaftssprache ist Deutsch. „Unser Trainer Hans Beninger spricht Wiener Dialekt, unser Physio Stefan Lengauer bringt eine oberösterreichische Note rein“, ist auch das Deutsch in der Kabine bunt gemischt. Wovon auch die Spieler profitieren. So kam etwa Innenverteidiger Duo Han als Student aus China völlig ohne Deutschkenntnis zum Verein: „Bei uns hat er es gelernt und ich bin beeindruckt, mit wie viel Ehrgeiz er auch da bei der Sache ist.“
Multikulti ist bei Maccabi keine Floskel, sondern gelebte Realität. Neben dem Sport kommt auch das Kulturelle nicht zu kurz. So steigt etwa heuer am 7. September im Wiener Metropol das schon traditionelle Charity-Event „Wuchteln für Maccabi“ mit Humor und Musik zugunsten des Vereins. Stargast ist diesmal Joesi Prokopetz.
Zuhause im zweiten Bezirk
Trotz des Umstands, dass Maccabi Wien als jüdischer Verein situiert ist und rund 60 Prozent der inzwischen rund 150 Spielerinnen und Spieler im Nachwuchsbereich jüdischen Glaubens sind, spielt die Religion beim Sport keine Rolle. Als einziger Breitensport-Verein des zweiten Bezirks, der auch am Meisterschafts-Betrieb teilnimmt, hat man im Trainingszentrum von Rapid eine Heimat für den Trainings- und Spielbetrieb gefunden. „Wir waren lange eine Art Wanderpokal.“ Erstmals seit der Gründung 1970 kann der Verein nun seit 2025 damit alle Aktivitäten an einer einzigen Spielstätte ausführen. Langsam wird aufgrund des stetig wachsenden Zuspruchs aber auch dort der Platz eng.
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