14.03.2020 17:11 |

„Bleiben Sie zu Hause“

Appell an alle, die in isolierten Gebieten waren

Bundeskanzler Sebastian Kurz hat am Samstagvormittag dringend dazu aufgerufen, dass alle Österreicher, die seit dem 28. Februar in den nun isolierten Gebieten in Tirol und Kärnten waren, sich selbst unter Quarantäne stellen. Das gelte auch, wenn derzeit keine Symptome spürbar sind. Die Kontaktpersonen jener Menschen, die sich in den isolierten Orten im Paznauntal oder in St. Anton am Arlberg aufgehalten hatten,sind wiederum von der freiwilligen Quarantäne nicht betroffen, wurde im Laufe des Samstagnachmittags präzisiert.

Noch Samstagvormittag hatte es dagegen vonseiten des Innen- als auch des Gesundheitsministers geheißen, dass sich die Kontaktpersonen ebenfalls absondern sollten. Nach einer Einschätzung von Experten aus dem Büro von Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sei dem aber nicht so, wie eine Sprecherin des Landes sagte.

„Schützen Sie andere Menschen“
„Schützen Sie andere Menschen, indem Sie sich selbst in Isolation begeben. Sie können damit dazu beitragen, das Virus nicht noch weiter zu tragen und damit gefährdete Gruppen schützen“, appellierte auch Innenminister Karl Nehammer am Samstag an alle Österreicher. Auch jene, die Kontakt mit Personen hatten, die konkret in den Gemeinden Ischgl, Kappl, See, Galtür, Heiligenblut und St. Anton am Arlberg waren, sollten sich selbst isolieren - das gelte auch, wenn derzeit keine Symptome spürbar sind.

„Falls Sie konkrete Symptome verspüren, wenden Sie sich bitte an die Hotline 1450. Bei allgemeinen Fragen steht Ihnen die Nummer 0800 555 621 zur Verfügung. Die Gesundheitsbehörden stehen rund um die Uhr für Sie bereit“, appellierte Gesundheitsminister Rudolf Anschober an die betroffenen Personen.

„Es gibt Hotspots“
Kurz betonte, man gehe mittlerweile davon aus, dass es in Österreich nicht nur ein „Corona-Zentrum“ gibt, sonderen mehrere. „Das ist in den meisten Fällen ursprünglich auf direkten Kontakt mit Italienern zurückzuführen. Das betrifft vor allem Tourismusgebiete, es trifft aber auch Wien und andere Gegenden, wo Kontakt mit infizierten Italienern stattgefunden hat“, so der Bundeskanzler. Er versuche, Pauschalierungen zu vermeiden, aber: „Es zeigt sich schon, dass es besondere Hotspots gibt. Die Ausbreitung dürfte aber schon in anderen Orten auch stattgefunden haben.“

„Was tun wir jetzt?“
Darüber hinaus appellierte Kurz an die Bevölkerung, sich nicht mit „Was-wäre-wenn-Fragen“ zu beschäftigen. So gebe es für Verwaltung und Politik derzeit nur eine Frage zu beantworten: „Was tun wir jetzt?“ Alles andere könne auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Oberste Priorität sei nun, das Virus aushungern zu lassen. Dafür sei ein Minimalbetrieb in ganz Österreich notwendig.

Hoffnung sieht Kurz für die Zeit nach Ostern. Dann könne das gesamte System eventuell „wiederauferstehen“. 

 Infos zu vergangenen Schulschikursen in Heiligenblut
Zu den Maßnahmen die Schulen betreffen, berichtet Wurzer, dass die Regelung für Schüler, die auf Schikurs in Heiligenblut gewesen seien, nicht gelte. „Schulen stehen als Betreuungsinfrastruktur für NMS und Unterstufen sowie Volksschulen, weil Eltern ihre Kinder nicht selbst zu Hause beaufsichtigen können, in diesem Fall ab Mittwoch nicht zur Verfügung. Die Schikurskinder müssen in 14-tägiger Heimbeobachtung bleiben und die Eltern müssen selbst für Beaufsichtigung sorgen.“ Landessanitätsdirektorin Ilse Oberleitner ergänzt: „Kontakte von Kontakten sind frei, das heißt Heimbeobachtung gilt nur für die Schikurskinder.“

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