13.03.2020 14:37 |

Gilt ab Montag

Gebiete in Tirol isoliert, Lokale ab 15 Uhr zu

Um dafür zu sorgen, dass ab Montag das öffentliche Leben in Österreich möglichst eingeschränkt ist, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern oder zumindest eklatant einzuschränken, hat die Regierung am Freitagnachmittag neue drastische Maßnahmen bekannt gegeben, die für das ganze Land gelten werden, vorerst für mindestens eine Woche. So werden die besonders betroffenen Gebiete in Tirol, das Paznauntal und St. Anton am Arlberg, isoliert, zudem dürfen Bars, Cafés und Restaurants österreichweit nur noch bis 15 Uhr offen haben. Die Versorgung der Österreicher mit Lebensmitteln, Medikamenten oder Bargeld bleibt ungeachtet der Maßnahmen sichergestellt.

Der Handel pausiert ab Montag außer in versorgungsnotwendigen Bereichen wie Lebensmittelverkauf, Apotheken, Tankstellen und Trafiken. Restaurants, Bars und Kaffeehäuser dürfen ab Montag nur noch bis 15 Uhr offen halten, Zustelldienste sind davon ausgenommen, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz auf Nachfrage mitteilte. Durch die Sperrstunde sollen jene, die arbeiten müssen, zu Mittag noch essen gehen können. „Was notwendig ist, findet statt“, so Kurz, der damit besonders Supermärkte, Geschäfte für Tiernahrung oder Apotheken meinte.

Tiroler Hotspots unter Quarantäne
Die zwei besonders vom Coronavirus betroffenen Tiroler Gebiete werden für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Im Paznauntal liegen Tourismus-Hotspots wie Ischgl und Galtür, isoliert wird auch St. Anton am Arlberg. In diesen Gebieten stehen die Bewohner ab Montag in häuslicher Absonderung.

Kurz: „Notwendig, dass wir alle zusammenstehen“
Kurz betonte, dass es eine Zeit sei, „in der notwendig ist, dass wir alle zusammenstehen“. Jeder Einzelne habe eine Verantwortung, jene zu schützen, die Schutz brauchen - das seien vor allem Über-70-Jährige und kranke Menschen. Der Bundeskanzler bedankte sich bei den Österreichern und dem Regierungsteam für ihre Mitarbeit. Unternehmern legte er nahe, „wo immer es möglich ist“, ihre Mitarbeiter in Teleworking gehen zu lassen.

„Nur weil es nicht verboten ist, ist es nicht unbedingt schlau“
Kurz riet den Österreichern ein weiteres Mal, sich zu überlegen, was in den nächsten Wochen notwendig ist. „Nur weil es nicht verboten ist, nach draußen zu gehen, heißt das nicht, dass es schlau ist“, so Kurz. Es könne genau die Familienfeier oder der Kaffee mit einem Bekannten sein, der zu einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus führe. Dies möge man sich in den nächsten Wochen vor Augen halten.

Anschober: „Müssen Spitäler funktionsfähig halten“
Gesundheitsminister Rudolf Anschober betonte, dass es vor allem darum gehe, die Spitäler funktionsfähig zu halten. Er lobte die „hervorragende“ Zusammenarbeit mit den Bundesländern. Der Vorschlag zu den Isolierungen der Gebiete sei aus Tirol gekommen - als eine wirkungsvolle Maßnahme, wenn es in einem überschaubaren Bereich zu mehreren Fällen komme. Weitere Clusterbildungen seien zu verhindern.

Urlauber sollten „am besten ohne anzuhalten“ nach Hause fahren
Innenminister Karl Nehammer fügte hinzu, dass Urlaubern, die sich derzeit in den Gebieten befinden, die unter Quarantäne gestellt werden, nahegelegt werde, nach Hause zu fahren, „am besten ohne anzuhalten“.

Grenzkontrollen zur Schweiz
Zudem werde es Flugverbote nach Spanien, Frankreich und in die Schweiz geben. Grenzkontrollen werden neben Italien nun auch zur Schweiz eingeführt. Kontrollen werden auch an der ungarischen, tschechischen und slowakischen Grenze durchgeführt.

„Keine Versorgungsengpässe zu befürchten“
Wenige Stunden vor der Pressekonferenz wurde seitens der Bundesregierung gegenüber krone.at betont, dass keine Versorgungsengpässe zu befürchten sind. Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Drogerien oder Banken bleiben geöffnet, es wird auch keine „Ausgangssperren“ geben. Die „totale Quarantäne“, die am Donnerstagabend vermehrt über soziale Netzwerke und andere Internet-basierte Kommunikationsdienste verbreitet wurde, sei eine Falschmeldung.

Am Vormittag war bekannt gegeben worden, dass ab Montag bereits alle Schüler zu Hause bleiben dürfen. Zwar war zunächst geplant gewesen, dass ab Montag an den Oberstufenschulen kein Unterricht mehr vor Ort stattfinden wird, nun gelten auch an Volksschulen, AHS-Unterstufen und Neuen Mittelschulen alle Schüler, die nicht kommen, automatisch als entschuldigt.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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