11.03.2020 08:55 |

Lage weiter sehr ernst

Erstmals keine neuen Fälle in Corona-Hochburg

Obwohl die Infektionszahlen in der norditalienischen Lombardei weiterhin zunehmen, gibt es jetzt erstmals einen Erfolg bei der Eindämmung der Corona-Epidemie in Italien zu verbuchen. Am Dienstag wurden erstmals keine neuen Fälle in der lombardischen Ortschaft Codogno registriert. Das ist deshalb bemerkenswert, weil hier am 21. Februar die ersten SARS-CoV-2-Fälle gemeldet wurden. Dennoch herrscht in der Lombardei medizinischer Notstand, die Intensivstationen der Krankenhäuser sind vollkommen überlastet.

„Wir sind über dieses Resultat besonders glücklich. Wir sind verantwortungsvoll unter zweiwöchiger Quarantäne gestanden und jetzt sieht man die Resultate, die wir uns erhofft haben. Wenn wir uns geschlossen an die Regierungsvorschriften halten, werden wir diese Krise in ein paar Wochen überwunden haben“, sagte der Bürgermeister von Codogno, Francesco Passerini.

„Patient 0“ aus Intensivstation entlassen
Der sogenannte „Patient 0“, der erste am Coronavirus infizierte Italiener, wurde am Montag nach 18 Tagen aus der Intensivstation des Krankenhauses der lombardischen Stadt Pavia entlassen und atmet selbstständig. Er war mit seiner im achten Monat schwangeren Frau ins Spital eingeliefert worden, die inzwischen genesen ist.

Medizinischer Notstand in der Lombardei
Währenddessen herrscht in der Lombardei medizinischer Notstand wegen der Corona-Epidemie. Die Ärzte klagten darüber, dass sie mittlerweile dazu gezwungen seien auszuwählen, wen sie noch behandeln könnten. Der Primar der Lungen-Abteilung im Krankenhaus von Bergamo, Fabiano di Marco, stellte am Dienstag im italienischen Radio klar: „Wir brauchen mehr Intensivbetten als wir zur Verfügung haben.“ Das Ärzte- und Pflegepersonal sei vielerorts bereits jenseits der Belastungsgrenze. 

Am Dienstag wurden 631 Todesopfer in Italien gemeldet, um 168 mehr als am Vortag. Die Zahl der Infizierten stieg von 7985 auf 8514 Personen. Mittlerweile sind 1004 Patienten in Italien wieder genesen.

Ursache der Epidemie in Italien weiterhin unklar
Italienische Wissenschaftler stellten fest, dass die Coronavirus-Epidemie in Italien nicht direkt mit China verbunden sei. Laut einer Studie des Obersten Gesundheitsinstituts ISS hatten die ersten, in Codogno infizierten Patienten keine Kontakte zu China. Ein Rätsel bleibt daher weiterhin, wie sich das Coronavirus in der Lombardei und in Venetien entwickeln konnte.

Italienischer Abgeordneter mit Corona infiziert
Unterdessen infizierte sich zum ersten Mal ein italienischer Parlamentarier mit dem Coronavirus. Dabei handelt es sich um Claudio Pedrazzini, einem Abgeordneten aus der lombardischen Provinz Lodi, in der die Corona-Epidemie in Italien zuerst ausgebrochen ist.

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