21.01.2020 17:19 |

Studie belegt:

Museum und Fitnessstudio beugen Schmerzen vor

1,8 Millionen Menschen in Österreich werden von chronischen Schmerzen geplagt - Spitzenreiter dabei sind Beschwerden des Rückens und der Wirbelsäule. Wer das verhindern möchte, muss sich bewegen und geistig fit bleiben.

Klingt ungewöhnlich, wird aber durch eine britische Studie in der Altersgruppe 50+ untermauert, wie Prim. Priv.-Doz. Dr. Nenad Mitrovic, Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG), Leiter der Abteilung Neurologie, Salzkammergut-Klinikum, Vöcklabruck (OÖ, zum Auftakt der 19. Österreichischen Schmerzwochen berichtete. „Kraftkammer und Kultur“ lautet das Schlagwort. Das Forscherteam hat über eine Dekade Menschen ab 50 begleitet und einen eindeutig positiven Einfluss von einmal wöchentlichem, intensivem Muskeltraining festgestellt. Jene Teilnehmer, die das beherzigten, waren besser geschützt. Als weitere Vorbeugungsmaßnahme gegen chronische Beschwerden kristallisierten sich Besuche von kulturellen Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen heraus. Vermutlich, weil damit moderate Bewegung, soziales Leben und geistige Herausforderung verbunden ist.

Besonders der Rücken macht den meisten Österreichern zu schaffen. Das kann vielfältige Ursachen und unterschiedliche Ausformungen haben, die auch von psychosozialen Faktoren bestimmt werden. „Für die Behandlung ist daher ein abgestuftes Versorgungskonzept nötig, das auf die individuellen Zustände und Bedürfnisse der Patienten eingehen kann“, so ÖSG-Vize-Präsidentin Dr. Waltraud Stromer, Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Landesklinikum Horn, NÖ. Weder alleinige Medikamenteneinnahme - vor allem rezeptfreie Mittel sollten nie länger als 10 Tage hintereinander, und schon gar nicht ohne Kenntnis der Schmerzursache eingenommen werden -, noch unzureichend abgeklärte Therapie bringen langfristig Erfolg.

Wirbelsäulen-Operationen oft nicht sinnvoll
Deutsche Analysen zeigen eine Überbehandlung bei Wirbelsäulenschmerzen im chirurgischen Bereich. Die Eingriffe haben dort zwar gleich um 71% in den vergangenen 10 Jahren zugenommen, sind aber nur in 7,7% der Fälle notwendig! Bei allen anderen Patienten konnten sie durch konservative Maßnahmen ersetzt werden.

Derzeit gestalten sich bei uns die Wartezeiten für Diagnose und Therapie zu langwierig. „Schmerzpatienten müssen im Schnitt eine bis zu zweijährige Odyssee auf sich nehmen“, so ÖSG-Generalsekretär Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, Klinikum Klagenfurt und LKH Wolfberg, Kärnten. Gefordert wird nun eine flächendeckende Versorgung nach einem Stufensystem, der Ausbau von spezialisierten Zentren und universitärer Ausbildung.

Infos für Patienten
Damit sich Patienten und Angehörige über aktuelle Möglichkeiten der Schmerzmedizin informieren können, legt die ÖSG einen Patientenflyer mit dem Titel „Schmerzen vorbeugen - Schmerzen behandeln“ auf. Er ist in Arztpraxen und zum Download erhältlich.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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