„Krone“-Serie

„Was da passiert ist, war wie im Märchen“

Salzburg
27.04.2024 21:30

Teil 2 der „Krone“-Serie zur Salzburger Austria: Als Spielertrainer Weber „Komet“ Amerhauser in die Erdumlaufbahn schickte und die „Euro-Fighter“ ihren ersten Auftritt im UEFA-Cup hinlegten.

Der Saisonstart verlief durchwachsen, der Trainer fehlte mit Herzproblemen. Für die Medien war es ein gefundenes Fressen, um Otto Baric in Frage zu stellen und Hans Krankl, der die Austria wenige Jahre zuvor zurück in die 1. Division geballert hatte, ins Spiel zu bringen.

Davon völlig unbeeindruckt zeigte sich Heri Weber. Der Kapitän übernahm noch mehr Verantwortung und fungierte temporär als Spielertrainer. In neuer Funktion brachte er frisches Blut in die Mannschaft. Zu den Profiteuren zählte Martin Amerhauser. Plötzlich fand sich der damals 19-Jährige in der Startelf wieder. „Als mein Name auf dem Flipchart stand, habe ich nur gedacht: Na serwas!“, kann er heute darüber lachen. „Es war ein schönes Gefühl, man braucht aber auch die nötigen Nerven dazu.“ Die hatte der gebürtige Anifer zweifellos. In seinen ersten vier Spielen netzte er dreimal.

Martin Amerhauser legte einen kometenhaften Aufstieg hin. (Bild: Jock Maislinger)
Martin Amerhauser legte einen kometenhaften Aufstieg hin.

Amerhauser: „Es gab keinen Besseren“
„Was da passiert ist, war wie im Märchen“, bringt es der Wahl-Grazer auf den Punkt. Sein Dank gilt Weber, der für den kometenhaften Aufstieg verantwortlich gezeichnet und den Jungspund in die Umlaufbahn geschickt hatte. „Heri war Barics verlängerter Arm und übernahm immer Verantwortung. Da gab es keinen Besseren“, streut er dem einstigen Leithammel Rosen.

Als Baric zurückkehrte, fokussierte sich Weber wieder auf seine Spielerrolle. Amerhauser indes hatte sich im Team festgespielt und stand auch gegen Dunajska Streda in der Startelf. Es kam, wie es kommen musste: Der UEFA-Cup-Debütant traf auf Anhieb – es war der Ausgangspunkt einer außergewöhnlichen Europacupreise. Heimo Pfeifenberger legte nach und war – neben Hermann Stadler, der trotz eines Abszesses am Knie knipste – auch im Rückspiel erfolgreich. „Ich war zwar im Herbst verunsichert, in diesen Spielen war ich aber voll da“, meint Pfeifenberger.

Trainer Otto Baric (re.) mit Sekretär Rudi Mirtl. (Bild: Jock Maislinger)
Trainer Otto Baric (re.) mit Sekretär Rudi Mirtl.

Stadler: „Wir hatten viel Glück“
Der Gesamtscore von 4:0 entsprach allerdings nicht den wahren Kräfteverhältnissen. „Das Heimspiel war knapp. Auswärts hat Otto Konrad einen Elfer gehalten. Wir hatten viel Glück“, weiß Stadler. Damit war nicht nur der sportliche Aspekt gemeint. „Ich weiß nicht, ob es den Verein bei einem Aus noch lange gegeben hätte.“ Präsident Rudi Quehenberger hatte alles auf eine Karte gesetzt und eine teure Mannschaft zusammengestellt, die in der Vorsaison jedoch den Meistertitel verpasst hatte. „Was Rudi riskiert hat, haben wir gar nicht richtig mitbekommen. Es war aber klar, dass jede weitere Runde ein Segen war“, bestätigt auch Pfeifenberger die prekäre Lage, in der die Violetten steckten.

Das Risiko hatte sich gelohnt. Die Austria fand in die Spur, die Gerüchte um eine Baric-Ablöse wurden im Keim erstickt. Und der Austria-Express nahm an Fahrt auf.

Lesen Sie Sonntag Teil 3 der Serie:
Ein „Krone“-Reporter als Spion und Jurcevics Rache beim Ex-Klub

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Salzburg



Kostenlose Spiele