"Sinnesberger-Großhandel ist ein Vorzeigebetrieb, ein Segen über Gemeindegrenzen hinaus!", sagt Bürgermeister Ernst Schwaiger. Darüber, dass die seinerzeitige Umwidmung des Areals ein einziger Skandal war, spricht heute ja niemand mehr. Für die Kirchdorfer Familie Gruschina, die als unmittelbarer Nachbar im Einfamilienhaus am Niederkaiserweg 12 wohnt, überwiegen aber die Nachteile.
"Wir leben im Zentrum unzumutbaren Lärms. Trotz fehlender Genehmigung laufen ab 2 Uhr Früh Kühlaggregate. Es fahren Lkw mit lauten Rückfahr-Warnern", klagt Anneliese Gruschina. Mit Unterlassungsklagen und Strafanzeigen setzte sich die Familie zur Wehr. "Vor allem gegen ungesetzliche Willkürakte unseres Bürgermeisters", sagt Frau Gruschina.
Vorläufig letzter Akt in diesem Kampf "David gegen Goliath": "Der Bürgermeister wollte im Sololauf die Erhöhung der bestehenden Lärmschutzwand von vier auf sechs Meter durchboxen!", sagt die Frau. Nutzlos sei diese Wand, egal wie hoch, weil sie an falscher Stelle stehe. Und mit sechs Metern Höhe würde ihr Anwesen eingedunkelt.
Dass man der Familie auch noch die Akteneinsicht verwehrte, brachte sie endgültig auf die Palme. "Unser Anwalt schickte dem Staatsanwalt eine Sachverhaltsdarstellung zur Prüfung nach strafrechtlicher Relevanz", so Gruschina. Siehe da: Darauf wurde Einsicht gewährt! Die Mauer-Erhöhung wurde vom Bauausschuss abgelehnt.
von Hans Licha, Tiroler Krone
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