Engländer stolpern

“Three Lions” wie zahme Kätzchen – 0:0 gegen Algerien

Für England wird es eng: Die "Three Lions" mussten sich am Freitagabend in Kapstadt gegen Algerien nach enttäuschender Leistung mit einem 0:0 zufrieden geben. Das Team um Mittelfeldregisseur Steven Gerrard, das nun zwei Punkte auf dem Konto hat, lieferte eine mutlose Vorstellung ab und muss im dritten Gruppenspiel am Mittwoch gegen Slowenien wohl gewinnen, um sich für das Achtelfinale zu qualifizieren. Die Nordafrikaner wahrten mit dem Unentschieden die Chance aufs Weiterkommen.

Bereits vor Spielbeginn gab es ein Kuriosum, denn bei beiden Teams standen Torhüter in der Startformation, die im ersten Spiel noch auf der Bank saßen. England-Trainer Fabio Capello gab James den Vorzug, nachdem Green gegen die USA (1:1) bitter gepatzt hatte. Bei Algerien bekam M'Bohli eine Chance, der gegen Slowenien (0:1) unsichere Chaouchi musste wegen einer Knieverletzung passen.

Bilder und Stimmen zum Spiel gibt's in der Infobox!

Starker Beginn der Algerier
Die Algerier begannen frech und zeigten keinerlei Respekt vor dem Favoriten. Mit erfrischendem Fußball kombinierten sie gefällig durchs Mittelfeld, im gegnerischen Strafraum war aber stets Endstation, weil vorne ein Knipser fehlte. Die Capello-Elf, die sich nach dem schwachen USA-Match viel vorgenommen hatte, zeigte sich nicht wirklich verbessert, im Spiel nach vorne unterliefen Gerrard und Co. zu viele Abspielfehler.

Nach einer halben Stunde wachten die Engländer endlich auf und taten mehr fürs Spiel. Zunächst ließ Gerrard einen ersten Warnschuss los (30.), ehe Lampard im Strafraum frei zum Schuss kam und im starken algerischen Schlussmann M'Bohli seinen Meister fand (33.). Bei den Algeriern setzte der starke Ziani auf der linken Seite Akzente, er verzog in der 35. Minute nur knapp. So ging es nach einer an Höhepunkten armen ersten Spielhälfte mit 0:0 in die Pause.

Engländer weiter behäbig
Wer nach Wiederanpfiff mit einem Sturmlauf der Engländer rechnete, wurde schnell eines Besseren belehrt. Von Spielfreude, Esprit und großer Einsatzbereitschaft war weiterhin nichts zu sehen - viel zu behäbig trugen die "Three Lions" ihre Angriffe vor. Die Algerier konnten die sich bietenden Freiräume nicht ausnützen und waren nicht mehr so spritzig wie in der ersten Hälfte. 

Dafür standen sie in der Defensive weiterhin sicher: Englands Heskey wollte im Strafraum den schwachen Rooney bedienen, doch Halliche rettete in höchster Not (70.). In der Schlussphase warfen die Weltmeister von 1966 alles nach vorne, doch es hakte an allen Ecken und Enden. Mehr als ein Verzweiflungsschuss von Defoe in der Nachspielzeit schaute nicht heraus.

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