"Braucht Geld & Job"

Brasiliens Legende Pelé zieht Maradona durch den Dreck

Brasiliens lebende Fußballlegende Pelé hat sein argentinisches Gegenstück, "Albiceleste"-Teamchef Maradona, verbal durch den Dreck gezogen. Maradona habe den Posten als Trainer nur übernommen, "weil er einen Job und Geld brauchte", lästerte Pelé am Dienstag. Auch ein zweiter Ex-Weltstar des Fußballs sorgte am selben Tag für Wirbel: Franz Beckenbauer übte heftige Kritik an Englands Mannschaft...

In Argentinien herrscht wegen Pelés Aussagen massive Verstimmung. Fans stellen sich demonstrativ hinter ihr Idol. Die Anhänger auf dem Bild tragen Schilder, auf denen übersetzt zu lesen steht: "Ein Maradona ist zwei Pelés".

Krieg der Ikonen
"Mit Maradona als Trainer der Nationalmannschaft haben die Argentinier nur mit Schwierigkeiten die Qualifikation geschafft, aber es ist nicht die Schuld von Maradona, sondern von denen, die ihn eingestellt haben", sagte Pelé. Seit längerem bekriegen sich die beiden Kicker-Ikonen. Beide würden gern als bester Fußballer aller Zeiten in die Geschichte eingehen, wobei Maradona ebendies jüngst öffentlich seinem Nachfolger Lionel Messi gewünscht hatte.

Kürzlich hatte Maradona, der mit seiner Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika mit einem 1:0 über Nigeria sowie einer guten Leistung seines Teams erfolgreich und vielversprechend ins Turnier startete, Pelé kritisiert. Grund dafür waren Zweifel des Brasilianers an der Organisationsfähigkeit der Südafrikaner. Auch die konterte Maradona bereits bei einer Pressekonferenz in Pretoria, als er das Gastgeberland und das Team-Quartier sowie die Trainingsgelegenheiten der Argentinier ausdrücklich lobte.

Beckenbauer vergrämt die Engländer
In England sorgte "Kaiser" Franz Beckenbauer für medialen Unmut. "Es sieht so aus, als wenn die Engländer einen Schritt rückwärts in die Zeiten des 'Kick and Rush' gemacht haben. Was ich bei ihrem 1:1 gegen die USA gesehen habe, hatte mit Fußball wenig zu tun", schrieb Beckenbauer in einer Kolumne für die südafrikanische "Times". "Der Kaiser gibt uns einen Tritt", schimpfte das britische Boulevardblatt "The Sun".

Weitgehend einig waren sich Englands Medien allerdings darin, dass Beckenbauers Urteil durchaus einen wahren Kern enthält. "Die Engländer werden dafür bestraft, dass es nur sehr wenige englische Spieler in der Premier League gibt, weil die Klubs sich besserer Spieler aus aller Welt bedienen", meinte der Deutsche.

Beckenbauer machte den "Three Lions" und ihrem Coach nach dem verpatzten Auftakt wenig Hoffnung auf Besserung. "Ich bin nicht sicher, ob Fabio Capello viel ändern kann", urteilte er. Die Engländer sind im Achtelfinale ein möglicher Gegner der deutschen Mannschaft. Deshalb vermutete die "Sun" Taktik hinter Beckenbauers Worten. "Er ist ganz deutlich kein England-Fan und hofft, dass seine üble Attacke ihnen in einem geplanten Psychospielchen unter die Haut gehen wird", wetterte das Blatt.

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