27.11.2019 07:00 |

Bunt und exotisch

Streetfood mit Sternen in Thailand

Auch das ist Thailand: Die Krabbenomeletts einer schrulligen Köchin in Bangkok, Suppennudeln aus der Spritze und Dinner am Strand.

Niemals würden Sie drei Stunden lang geduldig in einer Reihe warten, nur um eine „Eierspeis“ zu bekommen, die Sie dann meist auch noch im Stehen essen müssen? In Bangkoks Maha Chai Road 327 tut man aber genau das und auch noch mit Freuden. Seit die ewig junge 74-jährige Street-Food-Köchin Jai Fai vor zwei Jahren einen Michelin-Stern verliehen bekam, kann sie sich vor Gästen nicht retten, obwohl sie kurz davor schon ans endgültige Zusperren dachte. Ewig grummelig, mit Skibrille und Strickhaube gegen die Hitze aus dem Wok geschützt, geht die zierliche Thaifrau mit chinesischen Wurzeln ihrer Lieblingsbeschäftigung nach – Zutaten mischen, braten, wenden, sautieren. Allein ihr zuzusehen ist schon ein einzigartiger Genuss, das Geschmackserlebnis sowieso.

Das Kontrastprogramm finden Experimentierfreudige im Sra Bua by Kiin Kiin Restaurant des Siam Kempinski Hotels in eleganter Atmosphäre (Dresscode!), wo gekonnt thai-inspirierte Speisen mit ungewöhnlichen Texturen und Geschmacksvariationen verbunden werden. Zur klassischen Krabbensuppe bekommt man etwa eine Plastikspritze (ohne Nadel) mit einer weißlichen Flüssigkeit gereicht. Drückt man sie in die heiße Suppe, werden Nudeln daraus! Zum Dessert gibt es dekorative drapierte Steine, Zimtstangen oder Chilischoten – ein Teil davon als Pralinen, der andere Teil echt. Beim Reinbeißen ist also Aufmerksamkeit gefragt.

Was bitte ist ein Hangovertini?
Das zu erkunden macht nicht nur Filmfreunden der US-Komödie „Hangover“ (engl. für „Kater“) an einer der höchsten der Rooftop-Bars der Stadt Spaß - es handelt sich um einen Drink. Nicht billig, aber hollywoodreif ist der Blick vom Dach im 63. Stock des Lebua Hotels über die Metropole, der im zweiten Teil der Filmreihe zu sehen war.

Wer’s traditioneller mag, kommt bei einer abendlichen Schiffsfahrt mit Dinner auf dem Chao Phraya – vorbei an beleuchteten Sehenswürdigkeiten wie etwa Wat Arun, dem „Tempel der Morgenröte“, dem Großen Palast oder den königlichen Barken auf seine Rechnung.

Sportliche „erradeln“ sich Thailands Hauptstadt mit dem Mountainbike („Bike Historic Bangkok Tour“) und entdecken idyllische Wege fern der ausgetretenen Pfade. Die Straßen sind immer verstopft, Busse wie Autos stecken die meiste Zeit des Tages fest. Sogar die Motorrikschas kommen nicht überall durch. Trotzdem sollte man sich eine Fahrt mit dem Tuk-Tuk nicht entgehen lassen, es werden auch eigene Sight-Seeing-Touren angeboten.

Sehenswert: der Wat Pho in der Nähe des Palastbezirkes mit seiner 46 Meter langen liegenden Buddhastatue. Was den Weisen so zufrieden lächeln lässt, ist nicht die bequeme Stellung, sondern die Aussicht auf den Eintritt ins Nirwana. Das Klingeln der Münzen im Tempel, die in Kupferschalen geworfen werden, symbolisiert den Kreislauf des Lebens und des Glücks: Es hat immer zwei Seiten und wir müssen loslassen, damit wir seinen Sinn erfassen. Die Spende kommt den Mönchen des Tempels zugute.

Am Mae Klong Market, ca. eine Reisestunde von der Stadt entfernt, sollte man sich durch die Vielfalt des Angebotes nicht ablenken lassen. Dort fährt nämlich mehrmals pro Tag der Zug aus Bangkok durch, und zwar so knapp, dass die Verkäufer ihre Stände einklappen, Schirme und Waren in Sicherheit bringen müssen.

Bunt und exotisch präsentieren sich die schwimmenden Märkte, allen voran Damnoen Saduak Floating Market, der sich in derselben Provinz befindet. Die beste Zeit für einen Besuch ist der frühe Morgen. Man lässt sich mit dem Taxiboot durch das Kanalsystem schippern.

Was wäre Thailand ohne seine Sonnenuntergänge? Im Zelt aus weißem Tüll und unter dem Sternenhimmel lässt es sich paradiesisch schmausen – wie etwa im La Vela Hotel in Khao Lak (Bild Seite 44). Die Strände der Region gehören zu den schönsten des Landes, Ausflüge in die historische Stadt Takuapa mit ihren idyllischen Häusern und Cafés, fantastischen Schnorcheltouren (Wasserschildkröten zum Greifen nah!) und Kanufahrten durch die Mangrovenwälder sind nicht nur für Naturliebhaber ein Muss. Ebenso wie Nationalparks mit Inseln, Wasserfällen, Höhlensystemen, heißen Quellen und Süßwasserteichen in tiefen Grün-, Türkis- und Blautönen, wie Sra Morakot („Emerald Pool“) und Sra Kaew („Blue Pool“) in der Provinz Krabi (Eintritt knapp 6 Euro).

Dazu passend, lässt sich das in einer ruhigen Bucht am Fuß einer Felswand gelegene Centara Grand Beach Resort & Villas Krabi nur mit dem hoteleigenen Boot erreichen. Von der Terrasse der in Holz und Stein gearbeiteten Zimmer bietet sich ein unvergleichlicher Blick über ein grünes Blätterdach auf das Andamanische Meer. Das Klingeln der Münzen beim liegenden Buddha noch im Ohr, erschließt sich mir langsam die thailändische Tugend des Loslassens. Der stressige Alltag zu Hause? Wird mit einer Meeresbrise über dem Indischen Ozean hinausgetragen, bis er nicht mehr wichtig ist ...

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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