20.02.2019 09:34 |

Rundreise

Eine Rundreise in Thailand für Fortgeschrittene

Elefanten, Buddhas, Brücke am Kwai und noch viel mehr: Bei einer Rundreise von Bangkok nach Chiang Mai lernt man ein faszinierendes Urlaubsland so richtig kennen.

Wir haben hier in Thailand drei Wetterlagen: Entweder es ist heiß, oder es ist sehr heiß, oder es ist sehr, sehr heiß.“ Michaeil weiß, wovon er spricht. Der gebürtige Holländer lebt seit über 30 Jahren in Bangkok. Er hat in der pulsierenden Metropole, in der je nach Schätzung 15–20 Millionen Menschen wohnen, eine Marktlücke gefunden: Fahrradtouren als umweltfreundliche Sightseeing-Alternative.

Dort, wo Taxis oder Tuk-Tuks im permanenten Stau stehen und Skytrain und U-Bahn vor Menschenmassen platzen, starten wir um acht Uhr Früh zur „Morning Tour“ auf zwei Rädern. Michaeils Anweisungen an die zwölfköpfige Gruppe sind simpel: Einfach hintereinander fahren und beim Überqueren großer Kreuzungen zusammenbleiben.

Schon kurz nach dem Start verlassen wir die Straße. Es geht hinein in schmale Gässchen, wo kein Auto folgen kann. Vorbei an brutzelnden Garküchen, wo Einheimische frühstücken, durch Märkte, wo gerade die Standeln aufgebaut werden. Die stets freundlichen Thais scheint es nicht zu stören, wenn wir mitten durch ihre Habseligkeiten fahren, so eng ist es teilweise. Manche winken uns sogar zu. Bei einem Zwischenstopp kauft Michaeil Obst und frisches Wasser für alle und erzählt uns von seinem Leben unter Asiaten. Viele Menschen in Bangkok haben in ihrer kleinen Wohnung keine Küche. Man isst billiger (und sehr gut) auf der Straße, sodass sich selber Einkaufen und Kochen nicht auszahlt.

Auch empfehlenswert ist eine Bootsfahrt in den sogenannten „Klongs“. Die Kanäle im Stadtteil Thonburi sind weit verzweigt und sehen ein bisschen wie ein asiatisches Venedig aus. Touren kann man von der Taksin Bridge aus buchen, Länge je nach Lust und Zeitbudget. Die Longtail-Boote, die wie Gondeln mit riesigen Außenbord-Motoren aussehen, können ganz schön abflitzen. Am Hauptfluss Chao Phraya, wo viel Bootsverkehr und Wellen sind, spritzt es dann ordentlich!

Am nächsten Tag geht es Richtung Kanchanaburi, wo „schwimmende Märkte“ ein Touristen-Hotspot sind. Man kann köstliche gebackene Bananen kaufen, Souvenirs erstehen oder sich mit einer gelben Python fotografieren lassen.

Fahrt mit der „Todeseisenbahn“
Ziel der ersten Etappe sind die „Todeseisenbahn“ und die „Brücke am Kwai“. Auch wenn der bekannte Film ganz woanders gedreht wurde, ist die von Kriegsgefangenen für die japanische Besatzungsmacht 1941 gebaute Bahnline (von Burma nach Thailand) heute ein vielbesuchter Ort. Über 100.000 Menschen kamen beim Bau ums Leben. Wir besuchen die Brücke und einen Soldatenfriedhof. Eine ca. halbstündige Fahrt mit historischen Waggons am River Kwai entlang ist ein weiteres Highlight.

Königsstadt Sukhothai
Zum Übernachten geht es im Boot den Kwai hinauf in eine der „Dschungel-Lodgen“ – schwimmende Flöße ohne elektrisches Licht, aber mit genug Komfort und hervorragendem thailändischem Essen. Auf der Weiterfahrt Richtung Norden liegen dann die Ruinen der ehemaligen Königsstadt Sukhothai (aus dem 13. Jahrhundert). Man erkundet sie am besten per Fahrrad, eindrucksvoll das Wat Sorasak (Wat heißt Kloster) mit seinen pittoresken Elefantenfiguren.

Chiang Mai - Perle des Nordens
Nach insgesamt 750 Kilometern auf gut ausgebauten Straßen erreicht man Chiang Mai, die Perle des Nordens. Die Millionenstadt hat einen historischen Kern, der zum Touristenmagnet wurde. Zwischen Lokalen, Märkten und Massage-Angeboten gibt es auch wunderschöne Tempel. Vom nahe gelegenen Suthep-Berg mit seinem 700 Jahre alten Kloster (Wat Phra That Doi Suthep) hat man einen tollen Blick auf die Stadt.

Elefanten als Malkünstler und Kicker
Die Attraktion im Norden sind Elefantencamps, wie z. B. das „Mae Taeng“. Ich habe es dort live gesehen: Elefanten, die mit Pinseln Bilder malen können. Die klugen Dickhäuter zeichnen sich z. B. selber (!), der „Star“ unter ihnen kann sogar seinen Namen („Suda“) schreiben. Beeindruckend sind auch die Fußballkünste einiger Artgenossen, die Tore am Fließband schießen oder die Lederwuchtel hoch in die Luft jagen können.

Dagegen wirkt ein halbstündiger Rundgang (zu zweit auf dem Rücken von „Monika“) durch den Fluss und über eine Böschung rauf und runter fast schon beschaulich. Der „Mahout“ (Elefantenführer) sitzt auf dem Kopf und hat alles unter Kontrolle.

Im „Maesa Elephant Resort“ gibt es noch ein aufregenderes Programm. Da dürfen Touristen eine Elefantendame („sie liebt Menschen“, erklärt der Mahout, „nur andere Elefanten mag sie nicht“) mit Bananen füttern, ihr beim Baden im Fluss helfen (sie mit Bürste schrubben und anspritzen). Wer mutig genug ist, darf auch hinaufklettern, sich an den Ohren festhalten und mit dem Dickhäuter herumspazieren, bis hinunter zum Fluss! Nicht in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir vorstellen können, dass ich wirklich ganz alleine auf einem Elefanten sitze.

Bald geht es wieder nach Süden
Nach dem Besuch beim „schönsten sitzenden Buddha“ Thailands, dem Chinnaraj, passieren wir Ayuttaya, die frühere Hauptstadt von Siam (Thailands alter Name) und UNESCO-Weltkulturerbe, mit seinen Grabmälern alter Könige. Es gäbe noch viel zu erzählen aus diesem faszinierenden Land mitten in Indochina ...

Manfred Schumi, Kronen Zeitung

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