Essen für den Kopf

So bringen Sie die grauen Zellen auf Vordermann

Der Weg durch das Dickicht des Ernährungsdschungels ist kein einfacher. Gesäumt von widersprüchlichen Wahrheiten und Wunderdiäten, die uns zu einem strafferen, fitteren und leistungsfähigerem Ich verhelfen sollen, geraten jene Ansätze, die unserer Gesundheit förderlich sind, oft ins Hintertreffen. Doch wenn es dem Gehirn nicht gut geht, leidet unser Körper auf vielfältige Art und Weise. Neurologe Christof Kessler gibt Tipps - wir verraten Ihnen einige aus dem Buch!

Depression, Parkinson und Migräne treten immer häufiger auf, viele kämpfen mit anderen Volks- oder Alterskrankheiten oder plagen sich mit Diabetes und/oder überflüssigen Kilos herum. Doch mit der richtigen Ernährung kann man sowohl auf die geistige als auch körperliche Gesundheit Einfluss nehmen. Zeit also, die grauen Zellen mit Nährstoffen zu versorgen, die sich auch auf Körper und Seele positiv auswirken!

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Patienten verlangen lieber nach einem Medikament, anstatt sich mit den Zusammenhängen zwischen ihrem Lebensstil und ihrer Krankheit zu befassen. Und die Ärzte verschreiben es.

Christof Kessler

Wir achten nicht darauf, was wir essen
„Unsere tägliche Ernährung hat maßgeblichen Einfluss auf unsere körperliche und geistige Gesundheit, und zwar bis ins hohe Alter. Das gilt gleichermaße für gesunde Menschen als auch Erkrankte. Doch obwohl wir mittlerweile viel über den Zusammenhang von Ernährung und Krankheit wissen wird er sowohl von Ärzten wie Patienten eher stiefmütterlich behandelt“, so Christof Kessler, Autor von „Essen für den Kopf“: "Patienten verlangen lieber nach einem Medikament, anstatt sich mit den Zusammenhängen zwischen ihrem Lebensstil und ihrer Krankheit zu befassen. Und die Ärzte verschreiben es. Das geht schneller und ist weniger anstrengend, als jemanden seinen Zuckerkonsum vorzuhalten.“

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Heilungsförderndes Potenzial gesunder Ernährung unterstützt
Kessler zufolge bleibt ein großes Heilungspotenzial ungenutzt, da die richtige Ernährung vernachlässigt wird: „Junkfood, Fertiggerichte, Softdrinks und Süßigkeiten stehen viel zu oft auf dem Speiseplan. Die Folgen sind nicht nur Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen, sondern auch gravierende Veränderungen der Hirnfunktionen. Fakt ist: Falsche Ernährung macht depressiv und kann zu Demenz führen. Umgekehrt kann uns eine ausgewogene Ernährung unterstützen, zufrieden und glücklicher zu sein. Auch trägt sie entscheidend zur geistigen Fitness bei“, so Kessler. Und: Sie kann auch helfen, von Nikotin und Alkohol loszukommen.

Fittes Gehirn durch Vitamine
Wer sich „hirnfreundlich“ ernährt - also etwa reduzierter Fleischkonsum, Steigerung des Verbrauchs von Gemüse und Obst -, so Kessler, kann Gehirn und Körper effektiv füttern. Überdies versorgen naturbelassene Lebensmittel für die Zufuhr von Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen, die sich für unser Gehirn als wahrer Booster - und den Körper als Jungbrunnen - herausstellen, wie etwa:

Kalium (in vielen Sorten Obst und Gemüse wie Bananen, Fenchel, Avocado, Tomaten oder Spinat), Proteine (Käse, Fleisch, Milchprodukte), Aminosäuren (wie Tyrosin und Phenylalanin in Fleisch, Soja, Getreide und Milchprodukten) Cholin (Eier, Rinder- und Hühnerleber, Weizenkeimen), Glutaminsäure (Mais, Soja, Geflügel, Milchprodukte, Eier), Karotinoide (Tomaten), Vitamin B (Getreide, Fleisch, Vollkornbrot, Nüsse, Eigelb, Obst und Gemüse), Folsäure (Salat, Kohlgemüse, Spargel, Reis, Hülsenfrüchten), Vitamin C (Zitrusfrüchten, Petersilie, Fenchel) sowie Vitamin D3 (Leber, Käse, Eier, Butter).

Teil einer antidepressiven Ernährung aber ist auch Schokolade - zudem kann Tryptophan mit Nüssen, Fisch, Rindfleisch, Topfen und grünem Tee aufgenommen werden.

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Junkfood: Das Tor, um dick und traurig zu werden.

Christof Kessler

Verantwortlich für die überflüssigen Kilos der „dicken und traurigen“ Deutschen sind drei Hauptursachen, so Kessler: Fast Food (industriell hergestellte Massenware voller Zucker und schlechter Fette), Alkohol, Zucker.

Tipps aus dem Buch
Frühstückseier, Fisch, Nüsse und so manches Gemüse verbessern hingegen die Gedächtnisleistung. Auch lassen sich viele Hirnkrankheiten durch gezielte Ernährung positiv beeinflussen. Einem Schlaganfall kann man mit dem richtigen Speiseplan vorbeugen, bei/gegen Demenz helfen B-Vitamine und bei Spannungskopfschmerzen wirken Sport, ausreichend Schlaf und Vitamin D.

Wer an Migräne leidet, sollte auf regelmäßige, leichte Mahlzeiten achten, Vitamin C (in Form von Gemüse und Obst), B2- und B12-Vitamine (Eier, Milchprodukte, Fisch), Vollkorn und Magnesium zuführen. Auf Fertigprodukte, Rotwein und Histamin sollte verzichtet werden.

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Mara Tremschnig
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