14.11.2019 10:43 |

Restlos glücklich

Zero-Waste-Küche und Ernte aus Gemüseresten

Recycling, Do It Yourself, Plastikeinsparungen - das Bewusstsein für einen nachhaltigen Lebensstil wächst. Zero Waste (= null Müll) wird immer beliebter, setzt sich aus Komponenten wie Abfallvermeidung, Konsumkritik, Minimalismus oder Kreislaufwirtschaft zusammen. Auch beim Kochen findet Zero Waste nun Einzug. Denn Idealfall ist es freilich, beim Kochen selbst angebautes Gemüse verarbeiten zu können. Darum zeigen wir Ihnen in diesem Artikel auch, wie Sie aus Gemüseresten eine neue Ernte zaubern - und liefern gleich auch drei Rezepte aus Sophias Hoffmanns Neuerscheinung und drei exklusiven Anleitungen aus „Regrow“!

Zero Waste ist eine Nachhaltigkeitsphilosophie, die in den letzten Jahren weltweite Bekanntheit und eine wachsende Anhängerschaft gewonnen hat. Und Zero Waste setzt sich aus vielen Komponenten zusammen: „Abfallvermeidung, Konsumverweigerung /-kritik, Recycling, Verwertung, Reparatur, Wiederverwertung, Kreislaufwirtschaft, Minimalismus - um nur die bekanntesten zu nennen“, so Sophia Hoffmann, Autorin von „Zero Waste Küche“. Dem Klimawandel, Ressourcenverschwendung, Überkonsum und Wegwerfprodukten steht diese Philosophie gegenüber.

Zitat Icon

"Weniger kaufen, eine gute Wahl treffen, alles aufessen!"

Sophia Hoffmann

In Deutschland landen pro Jahr über 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, alleine jede fünfte Brotware geht in Privathaushalten und entlang der Wertschöpfungskette verloren. „Diese Verschwendung zieht enorme ökologische Folgekosten nach sich. Sie mögen auf den ersten Blick nicht sichtbar sein, wir und folgende Generationen werden die Auswirkungen aber immer mehr zu spüren bekommen. Viele Menschen sind jetzt schon betroffen. Die Verringerung verschwendeter Nahrungsmittel zusammen mit der Müll-Reduktion ist eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit“, so Hoffmann.

Wertschätzung und Achtsamkeit
Darum sei es enorm wichtig, Essen auch mit Wertschätzung zu begegnen, um den Werbeversprechen und Botschaften der Lebensmittelindustrie etwas entgegensetzen zu können. „Lebensmittelwertschätzung kann man lernen und fühlen. Natürlich ist es auch hilfreich ein paar Fakten zu kennen: Fakten über Umweltschutz, Tierhaltung, Werbebudgets, Fairtrade, Gesundheit, Anbau, Saisonalität“. Diese Fakten führt Hoffmann in ihrem neuesten Werk an.

Rezepte aus dem Buch
Semmelbrösel-Quiche, Brotlinge mit knusprigen Ofenpommes und Bananenkekse:

Lesen Sie HIER mehr über Zero Waste!

Hoffmann selbst erlebte eine Kindheit, die von Resteverwertung, Recycling und Do It Yourself geprägt war. Ihre Familie presste aus alten Seifenreste neue Seifenstücke, kaufte Second-Hand-Kleidung, stellte selbst Suppen, Saucen, Marmeladen, Kompotte und Mus her und behandelte Gebrauchsgegenstände so pfleglich, dass sie ewig hielten. In ihrem neuen Buch Zero Waste Küche ermutigt sie nun jeden dazu, es ihr gleichzutun, aus geretteten Lebensmitteln köstliche Gerichte zu zaubern und mehr Nachhaltigkeit in die Küche einziehen zu lassen.

Hier finden Sie drei Anleitungen aus dem Buch:

In drei Kapiteln erklärt Hoffmann ausführlich die Grundlagen (Öko-Landbau, Mindesthaltbarkeitsdatum, Einkaufstipps, Saisonkalender), erläutert 40 Lebensmittel mitsamt Infos zu Lagerung, Saison und deren Kulturgeschichte und Rezepte, die vielseitig untereinander kombinierbar sind. „Sie sollen vermitteln, wie einfach das Prinzip Reste- und Vorratsküche ist, wenn man einmal die Basics verstanden hat“, so Hoffmann.

Selbst ernten und Abfall vermeiden
Ein Blumentopf oder Wasserglas, Wärme und die richtige Pflege - und schon wachsen auf dem Fensterbrett, dem Balkon oder der Terrasse Samen, Wurzeln, Stängel oder Blätter zu neuer Ernte heran. Klingt einfach, ist es auch. Katie Elzer-Peters erklärt in „Regrow“, wie es funktioniert.

„Es gibt Menschen, die schaffen es tatsächlich, mit weniger als einem Müllbeutel pro Jahr auszukommen. Für die meisten von uns ist dies wohl ein unerreichbares Ziel, aber alles, was wir tun, um Abfall zu vermeiden, ist im Hinblick auf die Umwelt ein Schritt in die richtige Richtung. Daher ist es sinnvoll, den eigenen Lebensstil einmal kritisch zu betrachten, um zu sehen, ob nicht manches im Haushalt einfach wiederverwendet werden kann. ‘Regrow‘, also ‘Pflanzen aus Küchenabfällen wieder nachwachsen zu lassen‘, ist dazu ein ebenso einfacher wie genialer Ansatz“, motiviert Katie Elzer-Peters ihre Leserschaft.

„Ihre Küche wird nie mehr so sein wie vorher“
Und sie erklärt, wie man ‘Regrow‘ ganz einfach im eigenen Küchengarten umsetzen, Geld sparen, Bioabfall vermeiden und natürlich von Süßkartoffeln bis Melonen Gewächse selbst ziehen kann. „Ihre Küche wird nie mehr so sein wie vorher“, verspricht Elzer-Peters. Und das Beste: In den meisten Fällen werden nur steriles Torfsubstrat, Küchenrolle, Zahnstocher, ein Messer und alte Blumentöpfe (Gläser, ...) benötigt, um sofort loslegen zu können!

So ziehen Sie Rettich und Radieschen
Die meisten Menschen werfen die Blätter von Radieschen weg, dabei schmecken diese „besonders köstlich, wenn sie warm zubereitet werden“, so Elzer-Peters, etwa mit Salz und Zitronensaft geschmort. Beim Ziehen von Radieschen darf man „leckeres, frisches Grün erwarten, das gekocht oder roh gegessen wird, aber keine neue Wurzelknolle“, so die Autorin. Und so geht‘s:

  1. Mit einem Messer circa zwei Zentimeter unter der Wurzelkrone einen glatten Schnitt setzen. Blätter, die noch vorhanden sind, werden vorsichtig abgeschnitten, ohne die Sprossspitze zu beschädigen. (Die Blätter können wie Rübenblätter gekocht und gegessen werden.)
  2. Das (unbedingt sterile) Substrat - Pilze oder Bakterien würden die Radieschen nur faulen lassen - bis etwa zwei bis drei Zentimeter unter den Topfrand füllen. Gießen, bis es so feucht ist wie ein ausgedrückter Schwamm.
  3. Die Radieschen mit dem Sprossende nach oben und bis etwa zur Hälfte in die Erde stecken, Abstand etwa zwei Zentimeter. 
  4. Topf an einen hellen, sonnigen Platz stellen und das Substrat feucht halten, bis die Spitzen austreiben und wachsen.

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Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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